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“Die Eröffnung der 750 Meter langen Siegesallee war ein vielsagendes Beispiel. Sie führte entlang einer der Verkehrsachsen der Hauptstadt und war von Denkmälern gesäumt. In einer langen Reihe halbrund angelegter Nischen mit Steinbalustraden standen auf hohen Podesten Statuen der Herrscher des Hauses Brandenburg, flankiert von den Büsten der Generale und hoher Staatsbeamter ihrer Herrschaft. Bereits zum Zeitpunkt der Eröffnung wirkte dieses gigantische Projekt völlig unzeitgemäß. Um die Allee rechtzeitig zu vollenden, hatte Kaiser Wilhelm II. die Statuen bei Bildhauern von unterschiedlicher Kunstfertigkeit in Auftrag gegeben – sie waren allesamt konventionell und bombastisch, viele wirkten überdies plump und leblos. Das Ergebnis war eine kostspielige Demonstration von Prunk und Monotonie. Mit der gewohnten Respektlosigkeit nannten die Berliner die Allee nur noch die »Puppenallee«, und unzählige zeitgenössische Karikaturen machten sich über den Größenwahn des Kaisers lustig. Die Krönung war eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1903, die eine Siegesallee zeigte, gesäumt von riesigen Odol-Flaschen.” Prussia Book:Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947 Source: Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947
“Moltke wies zwar der Eisenbahn große Bedeutung zu, tatsächlich aber hätte seine aufwendige logistische Planung Preußen um ein Haar ins Verderben gestürzt, denn die Nachschubzüge trafen erst ein, als die Schlacht von Königgrätz bereits gewonnen war. In der Zwischenzeit hatten die preußischen Armeen, nicht viel anders als zu Zeiten Friedrichs des Großen, sich selbst versorgen oder für ihre Versorgung bezahlen müssen.” PrussiaKöniggrätzMoltke Book:Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947 Source: Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947
“Es kam auch zu weiteren Überläufen, allen voran 4000 Sachsen, die Reyniers Korps zugeteilt waren und ganz einfach in geschlossenen Reihen zu den Alliierten marschierten. Zu den Augenzeugen dieses bemerkenswerten Seitenwechsels zählte Marschall Macdonald, der durch das Fernrohr beobachtete, wie die Sachsen, während sie einen erfolgreichen Vorstoß gegen die Verbündeten anführten, einfach kehrtmachten und ihre Waffen auf die Franzosen richteten, die ihnen folgten. »Kalten Blutes, in himmelschreiender Weise«, erinnerte er sich später, »schossen sie die Ahnungslosen nieder, mit denen sie bis hierher in treuer Waffenbrüderschaft gefochten.« Verzweifelte Versuche Marschall Neys, die Reihen zu schließen und einen Gegenangriff zu führen, wurden von der britischen Raketenbrigade zunichte gemacht, deren Congreve’sche Raketen, benannt nach dem britischen Erfinder William Congreve, unter den vorrückenden Kolonnen Angst und Schrecken verbreiteten.” SaxonsBattle Of Leipzig Book:Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947 Source: Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947
“In vielen österreichischen Einheiten sprachen Offiziere und Mannschaften unterschiedliche Sprachen. So berichtete der Stabschef des österreichischen I. Korps bei der Schlacht von Münchengrätz, dass das gemischte polnische und ukrainische 30. Regiment tapfer bis zum Einbruch der Dämmerung gekämpft habe, die Männer dann aber nicht mehr in das Lage gewesen seien, die pantomimisch erteilten Anweisungen ihrer Offiziere zu erkennen.” Austria Hungary Book:Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947 Source: Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947
“Am 25. Mai 1930 erließ die preußische Regierung eine Verordnung, nach der es preußischen Beamten verboten war, Mitglied der NSDAP oder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) zu sein. Braun drängte seine Kollegen in der Reichsregierung, mit einem Verbot auf Reichsebene nachzuziehen. Reichsinnenminister Carl Severing (SPD) erklärte sich einverstanden und traf Vorbereitungen, die NSDAP als verfassungsfeindliche Organisation zu verbieten. Wenn diese Bemühungen Erfolg gehabt hätten, dann hätte das Kabinett verhindern können, dass Regierungsorganisationen (einschließlich der Reichswehr) von NSDAP-Mitgliedern unterwandert wurden. Außerdem hätte man eine Handhabe gegen die thüringische Landesregierung gehabt, wo die Ernennung des Nationalsozialisten Heinrich Frick zum Innenminister der Infiltrierung der Bürokratie mit Nationalsozialisten Tür und Tor geöffnet hatte.” NsdapAdolf Hitler S Rise To Power Book:Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947 Source: Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947