“Das Drama, das in so innerlich erleuchteter Deutlichkeit aller Bewegungen und Gestalten, mit Hülfe der Musik, sich vor uns ausbreitet, als ob wir das Gewebe am Webstuhl im Auf - und Niederzucken entstehen sehen - erreicht als Ganzes eine Wirkung, die jenseits aller apollinischen Kunstwirkungen liegt. In der Gesammtwirkung der Tragödie erlangt das Dionysische wieder das Uebergewicht; sie schliesst mit einem Klange, der niemals von dem Reiche der apollinischen Kunst her tönen könnte. Und damit erweist sich die apollinische Täuschung als das, was sie ist, als die während der Dauer der Tragödie anhaltende Umschleierung der eigentlichen dionysischen Wirkung: die doch so mächtig ist, am Schluss das apollinische Drama selbst in eine Sphäre zu drängen, wo es mit dionysischer Weisheit zu reden beginnt und wo es sich selbst und seine apollinische Sichtbarkeit verneint. So wäre wirklich das schwierige Verhältniss des Apollinischen und des Dionysischen in der Tragödie durch einen Bruderbund beider Gottheiten zu symbolisiren: Dionysus redet die Sprache des Apollo, Apollo aber schliesslich die Sprache des Dionysus: womit das höchste Ziel der Tragödie und der Kunst überhaupt erreicht ist.”
Quote by Friedrich Nietzsche
Work
Die Geburt der Tragödie. Unzeitgemäße Betrachtungen I - IV. Nachgelassene Schriften 1870 - 1873
Browse quotes and source details for this work. more
Author
You May Also Like
Source: Die Geburt der Tragödie. Unzeitgemäße Betrachtungen I - IV. Nachgelassene Schriften 1870 - 1873
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
Source: Picture This: How Pictures Work
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
Source: White Light Red Fire
Source: Love What Lasts: How to Save Your Soul from Mediocrity
