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Quote by Nicole Gozdek

“»Geben Sie mir Ihre Hand.« Zacharias streckte ihm seine Rechte entgegen und Iani ergriff sie. In diesem Moment durchzuckte ein Stromschlag seinen Körper, nicht schmerzhaft, aber Zacharias fühlte, wie sein Körper bis in die letzte Pore kribbelte. Was beim vermaledeiten Chaos war das? Was war eben geschehen? »War das etwa ein magisch bindender Vertrag?«, keuchte Zacharias entsetzt. Oh, wie hatte er nur so leichtsinnig sein können? Iani zeigte beim Lächeln die Zähne. »Gibt es andere Verträge?«”

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Work

Prophezeiungen für Jedermann

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Author

Nicole Gozdek

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“»Ich kann kein Siegel sehen.« »Siegel, pah! Als könnte man die Magie in Ketten legen! Magie benötigt keine Siegel! Im Gegenteil, es ist sogar gefährlich, sie in eine bestimmte Form zu pressen, weil sie sich dann anstauen und explodieren oder andere schlimme Dinge verursachen kann. Was denken Sie, warum haben Sie solche Schmerzen, wenn Sie längere Zeit nicht aktiv bemüht sind, Ihre Prophezeiung zu erfüllen? Nicht wegen der Schicksalsmagie, sondern wegen des Siegels auf Ihrer Stirn! Früher gab es kein Questen-Zeichen und keine Questen-Häuser – der Blödsinn ist von euch Menschen eingeführt worden.« Zacharias lauschte Ianis Erklärung mit einem mulmigen Gefühl. Allmählich begann er zu begreifen, wie anders die Magischen dachten und warum die Ordnungshüter sie als Rebellen betrachteten, wenn sie ihre Meinung äußerten.”

“Er wandte sich um, überlegte, wie sie am besten zur Kanzlei des Notars kamen, und marschierte los. Nur dass er nach ein paar Minuten bemerkte, dass Iani nichts vom perfekten Gleichschritt hielt. Er bummelte, schritt dann wieder groß aus, um im nächsten Augenblick für ein paar Sekunden innezuhalten, er tastete sich an einigen Stellen beinahe zaghaft voran, als wäre der Untergrund uneben und er könnte jeden Moment ausrutschen. Dann wieder ging er hüpfend den Gehweg entlang. Der Anblick ließ das Blut in Zacharias’ Schädel pochen und wenn er nicht Ianis Hilfe so dringend benötigt hätte, hätte er ihn längst aufgefordert, seine Sperenzchen zu unterlassen.”

“Sie schwiegen, während Zacharias zum Questen-Haus ging und Iani ihm folgte, ohne Fragen zu stellen oder das Erfahrene zu kommentieren. Zacharias hing seinen Gedanken nach, bis er irgendwann bemerkte, dass Iani neben ihm die ganze Zeit hüpfte und lächelte. »Worüber freuen Sie sich so?« »Sie sind ein Questen-Kind. Ein Prophezeiungskind, wie wir sagen würden.« »Und das ist etwas Gutes?« »Oh ja! Sie wurden auserwählt.« Zacharias runzelte die Stirn. Natürlich wurde er das. Immerhin hatte er vom Orakel eine Prophezeiung bekommen und trug dessen Zeichen auf seiner Stirn. Das war nichts Neues. Doch irgendwie hatte er den Eindruck, dass Iani etwas ganz anderes meinte. Und als er nachhakte, verweigerte der Gelehrte ihm zum ersten Mal die Antwort.”

“Zacharias bemerkte erstaunt, wie eine Veränderung mit Iani vor sich ging. Seine Haltung versteifte sich, fast schien ein unsichtbarer und nicht fühlbarer Wind seine Kleidung aufzubauschen, dann legte er los: »Idioten! Es sind unsere Prophezeiungen, unser Orakel, unser Schicksal! Wir haben ihm seit Tausenden von Jahren gedient! Warum unterstellt ihr uns, dass wir verhindern wollen, dass sich die Prophezeiungen erfüllen? Es ist uns eine Ehre, einem Auserwählten zu helfen! Ihr Menschen seid es, die das Schicksal ablehnen, es durchkreuzen und übers Ohr hauen wollen! Ihr seid diejenigen, die es nicht verstehen und denken, dass es euren Wünschen und Launen gehorchen muss!«”

“Doch Iani schwieg und hob stattdessen nur beide Hände. Verschiedenfarbige Lichter stiegen von seinen Handflächen auf, tanzten über den Fingerspitzen und formten sich zu kleinen und dann zu immer größeren phantastischen Wesen. Zacharias hielt inne, wie verzaubert starrte er auf die bunten Figuren. »Dies ist einer der Zauber, die ein Magischer als Erstes lernt«, erklärte Iani, während Zacharias weiter auf die wilde Magie blickte und nicht imstande war, auch nur einen Funken Furcht oder Abscheu zu empfinden. »Licht. So rein, so simpel … aber der Zauber dient nicht der Erfüllung Ihrer Queste. Ich habe ihn allein zu Ihrer Unterhaltung gewoben und um Ihnen etwas zu zeigen. Verstehen Sie, was das bedeutet?«”

“Dann jedoch verdunkelte sich mit einem Mal der Himmel, das Summen wurde lauter als je zuvor und Zacharias zuckte erschrocken zusammen. »Schauen Sie«, wisperte Iani. Und Zacharias schaute … und staunte. Überall tanzten abertausende kleiner Wesen durch die Luft, in einer Farbenpracht, wie er sie noch nicht gesehen hatte. Ihre Flügel schlugen und Zacharias war verwirrt, weil er immer gedacht hatte, dass man ihr Geräusch nicht hören konnte. Doch noch nie zuvor hatte er mehr als eine Handvoll auf einmal von ihnen gesehen. Über ihnen jedoch waren nicht nur tausende, sondern hunderttausende, vielleicht sogar Millionen. »Ich habe noch nie so einen großen Schwarm Schmetterlinge gesehen«, flüsterte er. Sie waren über ihnen, vor ihnen, neben ihnen und als Zacharias einen Blick über seine Schulter warf, auch hinter ihnen. Doch obwohl sie ihn und Iani einkreisten, machten sie keinerlei Anstalten, näherzukommen oder sie zu berühren. Es war, als stünden Zacharias und Iani in einem Filmtheater und würden das Schauspiel auf einer Leinwand verfolgen können. Es fühlte sich unwirklich an.”

“Genau das war es gewesen, was die Menschen von einst gefürchtet hatten: Die Skrupellosigkeit einzelner Auserwählter und ihrer Prophezeiungen, die ganze Landstriche vernichtet und viele Menschen getötet hatten, auf dem Weg zu ihrem Ziel. Iani war ein Relikt aus alten Zeiten, seine Ansichten die der Magischen von einst. Zacharias hatte ihn nicht nach seinem Alter gefragt, aber er vermutete, dass er bereits am Ende des Zeitalters der Magischen viele Jahrhunderte gelebt hatte. Der Gelehrte hatte das neue Zeitalter genutzt, um die Menschen zu studieren, ihre Regeln kennenzulernen, aber er hatte sich nie mehr angepasst als unbedingt nötig. Als Iani, der Beharrliche, hatte er sich vorgestellt. Aber das war im Grunde nichts anderes als Iani, der Dickschädel.”

“This life? It is yours. Anyone who suggests that it is not or that it should not be is not here for you. You get to decide how you want to live it, what you want to call it, how and when and why you want to change it. No matter how many times you shift, no matter how often you adjust, no matter the experimentation or the wild exploration, no matter how many times you've been lost or how many times you've been found or any of the missteps you took along the way. Be willing to reinvent yourself fiercely, relentlessly, endlessly in the face of their anger, in response to their fear, in righteous rebellion. A holy(r)evolution. Take to the streets if you wish. Paint the protest sign with your own name. You are not required to stay who you were, or who you are, or even who you will be. You were made for metamorphosis. Designed for course correction. Built for shifting trajectories and smashing paradigms. You are here to become. And nobody can write the terms of your contract but you.”