Quotessence
Home / Topics / Sufismus Quotes

Sufismus Quotes

Browse 59 quotes about Sufismus.

Sufismus Quotes

“Wir alle sind das, wovon wir uns bewusst sind. Gefängnisinsassen wissen von ihrem Gefängnis. Menschen, die viel Geld auf der Bank haben, aber dessen nicht bewusst sind, sind trotz ihres Reichtums arm. Wir haben nur das, wovon wir bewusst sind. Deshalb beruht unsere Größe oder unsere Kleinheit auf unserem Bewusstsein. Selbst eine erleuchtete Seele zu werden, beruht nur auf einem Unterschied im Bewusstsein. (s. 181)”

“Es ist nicht wahr, dass Mahatmas nur in den Höhlen des Himalaya zu finden sind und wir sie nicht mitten unter den Menschen finden können. Sie können überall gefunden werden, in einem Palast inmitten von Reichtümern und Komfort genauso wie an abgelegenen Orten. Sie können in jeder Situation und jeder Position leben. Von Mahatmas geht aber immer ein sich ständig ausbreitender, aufbauender Einfluss aus. Sie sind ein Schutz gegen Krankheiten und Plagen, Kriege und Katastrophen. Ihre aufbauende Kraft hilft den Menschen zu erblühen. Heute sind die Menschen bereit zu glauben, dass ein Premierminister oder ein großer Staatsmann dazu verhelfen kann, ein ganzes Land zu erheben, die Finanzen des Landes in Ordnung zu bringen und das Land gegen andere Nationen zu verteidigen. Aber eine verborgene, unbekannte Seele kann einen noch größeren Einfluss auf ein Land haben. Im Osten weiß man, und es wurde von Millionen Menschen bezeugt, dass, wenn göttliche Seelen leben, sich ihr Einfluss über das ganze Land erstreckte und es aufbaute. (S. 180)”

“Der persische Dichter Saadi ein großer Lebenskünstler, sagte: „Welchen Wert hat die Vernunft, wenn sie mich nicht rettet, bevor ich etwas sage!“ Das zeigt uns, dass wir Fehler machen können, wenn wir keine Kontrolle über unsere Worte haben, wie weise wir auch sein mögen. Für diese Wahrheit können wir leicht Beispiele finden; diejenigen, die viel reden, haben weniger Macht als jene, die wenig sprechen. Denn geschwätzige Menschen sind nicht fähig, eine Idee in tausend Worten auszudrücken, die Meister der Stille in nur einem Wort vermitteln können. Alle können sprechen, aber nicht alle Worte haben dieselbe Kraft. Überdies sagen Worte viel weniger, als Stille auszudrücken vermag. Die Basis eines harmonischen Lebens ist Stille. […] Die Essenz der Religion ist Verständnis. Und diese Religion können wir nicht leben, ohne Macht über unsere Worte zu haben, ohne die Macht der Stille zu realisieren. Es gibt so viele Gelegenheiten, bei denen wir bereuen, unsere Freunde verletzt zu haben, und die wir hätten vermeiden können, wenn wir unsere Sprache unter Kontrolle gehabt hätten. Schweigen ist das Schild der Unwissenden und der Schutz der Weisen. Denn die Unwissenden zeigen ihre Unwissenheit nicht, wenn sie schweigen, und die Weisen werfen keine Perlen vor die Säue, wenn sie den Wert der Stille kennen. Was gibt uns Macht über die Worte? Was erzeugt die Kraft, die durch Stille erlangt werden kann? Die Antwort ist: Es ist die Willenskraft, die uns Macht über unsere Worte verleiht; es ist Ruhe, die uns die Kraft der Stille verleiht. Ruhelosigkeit lässt uns zu viel reden. Je mehr Worte wir brauchen, um eine Idee auszudrücken, umso kraftloser wird sie. Wie schade, dass die Menschen so oft daran denken, ihr Geld zu sparen, und nie daran denken, Worte zu sparen. Das ist, als würde man Kieselsteine aufheben und die Perlen wegwerfen. Ein indischer Dichter sagt: „Perlenmuschel, was gibt dir deinen wertvollen Inhalt?“ - „Die Stille, meine Lippen waren jahrelang geschlossen.“ zunächst bedeutet Stille, mit sich selbst zu kämpfen, einen Impuls zu kontrollieren, aber dann wird genau das zu einer Macht. (S. 210 - 211)”

“Wo wird das Wort Gottes gehört? In der Stille. Alle Seherinnen, Heiligen, Weisen, Propheten und Meisterinnen haben diese Stimme, die aus dem Inneren kommt, gehört, in dem sie still geworden sind. Damit meine ich nicht, dass diese innere Stimme zu uns spricht, weil wir still geworden sind; ich meine, dass wir das Wort, das ständig in unserem Inneren erklingt, hören können, wenn wir still geworden sind. Wenn der Geist still geworden ist, kommunizieren wir immer noch mit allen, denen wir begegnen. Wir brauchen nicht mehr viele Worte: wenn sich die Blicke treffen, verstehen wir. Zwei Menschen können ihr ganzes Leben lang miteinander sprechen und diskutieren und sich doch niemals gegenseitig verstehen. Zwei andere mit stillem Geist schauen einander an und im selben Augenblick entsteht zwischen ihnen eine Kommunikation. Woher kommen die Unterschiede zwischen den Menschen? Von innen, aus ihren Aktivitäten. Und woher kommt Einvernehmen? Aus der Stille des Geistes. Lärm behindert uns dabei, etwas aus der Ferne zu hören ; aufgewühltes Wasser in einem Becken verhindert, dass wir unser Spiegelbild im Wasser sehen können. Nur wenn wir innerlich ruhig sind, können wir die Stimme hören, die ständig zu den Herzen aller Menschen spricht. Wir suchen Führung, wir alle suchen nach Wahrheit; wir suchen das Mysterium. Das Mysterium ist in uns selbst; die Führung ist in unserer eigenen Seele. (S. 206-207)”

“Was sagt es aus, wenn wir uns selbst im Traum sehen? Dass wir selbst nach dem, was wir den Tod nennen, nicht formlos sind; dass nichts verloren, sondern nur Freiheit gewonnen wird, die verloren gegangen war. Weil wir das nicht wissen, haben wir solche Angst, diesen physischen Körper zu verlieren, und es graut uns davor zu sterben. Aber was ist der Tod? Nur ein Schlaf: Der schlaf des Körpers, der ein Mantel war. Wir können ihn wegnehmen und leben dennoch. Trotz allen Redens über den Tod werden wir erkennen, dass wir leben, dass wir nicht verlieren, sondern gewinnen. Wir sind in der physischen Welt, um zu lernen... (S. 210)”

“Es bedarf eines gewissen spirituell fortgeschrittenen Zustands, damit wir glauben können, dass es so etwas wie Offenbarung gibt. Das Leben offenbart sich, die Natur offenbart sich, und so offenbart sich auch Gott: deshalb wird Gott in Persien „Khuda“ genannt, was Selbstoffenbarung heißt. Alles Wissen, alle Kunst und alle Kultur, die die Menschen kennen, kamen und kommen als Offenbarung. Anders gesagt: Wir lernen nicht nur durch studieren, sondern beziehen unser Wissen auch von der Menschheit. Ein Kind erbt nicht nur die Eigenschaften seiner Eltern oder Ahnen, sondern auch die Qualitäten seiner Nation und seiner Ethnie, sodass wir sagen können, es erbt die Eigenschaften der ganzen Menschheit. Wenn wir diese Schatzkammer des Wissens hinter dem sie verbergenden Schleier wirklich begreifen könnten, würden wir erkennen, dass wir ein Recht auf dieses Erbe haben. Das gibt uns einen Schlüssel, den Schlüssel zum Verständnis des Geheimnisses des Lebens: dass das Wissen nicht nur von außen, sondern auch von innen her erlangt wird. So können wir Wissen, das wir durch das äußere Leben gewinnen, Erlerntes nennen; das Wissen, das wir aus dem Inneren herbeiziehen aber können wir Offenbarung nennen. Offenbarung kommt von innen. Sie lässt das Herz sich selbst offenbaren; sie ist wie eine Neugeburt der Seele. Wenn wir dieses Stadium erreicht haben, werden alle Dinge und alle Wesen lebendig: Die Felsen, die Bäume, die Luft, der Himmel, die Sterne – sie alle leben. Wir können nun mit allen Dingen und Wesen kommunizieren. Wohin auch immer unser Blick auf Dinge in der Natur oder auf Persönlichkeiten fällt: Wir lesen darin deren Geschichte und erkennen ihre Zukunft. Wir beginnen mit den Seelen der Menschen, denen wir begegnen, zu kommunizieren, noch bevor wir ein Wort mit ihnen gesprochen haben. Ohne dass wir noch irgendeine Frage gestellt haben, beginnt die Seele schon, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Jeder Mensch und jedes Objekt steht vor uns wie ein offenes Buch. Dann hört dieses ständige „Warum“ auf, das wir so oft in Menschen finden. Das „Warum“ existiert nicht länger, weil wir die Antwort auf alle Fragen in uns selbst finden. Trotz all der Gelehrtheit der Welt, die wir beigebracht bekommen, wird nämlich dieses andauernde „Warum“ bleiben, solange diese Antwort nicht eröffnet wurde. Und wieder können wir fragen, wie wir zu solchen Offenbarungen kommen. Die Antwort ist, dass es nichts im ganzen Universum gibt, das nicht im Menschen gefunden werden kann, wenn wir uns nur darum bemühen, es zu entdecken. Aber wenn wir sie nicht selbst herausfinden, kann niemand sie uns geben, denn Wahrheit wird nicht gelernt, Wahrheit wird entdeckt. In diesem Glauben begaben sich die Weisen des Ostens in die Einsamkeit und saßen in Meditation, um der Offenbarung die Gelegenheit zu geben, aufzusteigen. Zweifellos gibt es beim derzeitigen Lebensstil für uns kaum Zeit, in die Einsamkeit zu gehen. Aber das heißt nicht, dass wir weiterhin unwissend über das bleiben sollten, was das Beste in uns ist, denn alle anderen Schätze der Erde sind nichts im Vergleich zu der unermesslichen Glückseligkeit der Offenbarung; sie können nicht einmal damit verglichen werden. Offenbarung ist wie Aladdins Zauberlampe; wenn wir sie erst einmal entdeckt haben, wirft sie ihr Licht nach links und rechts und alle Dinge werden klar. (S. 213 ff.)”

“Das Herz ist das Teleskop der Seele und die Augen sind das Teleskop des Herzens. So wie es die Augen sind, die sehen, wenn wir durch Brillengläser schauen, und nicht die Brillengläser, so sieht auch die Seele, wenn wir durch unser Herz und durch die Augen schauen. Die Augen haben nicht die Macht zu sehen; die Augen haben nur die Macht, der Seele beim Sehen zu helfen. Sobald die Seele scheidet, können die Augen nicht mehr sehen. So ist das Herz selbst ein Teleskop, das uns hilft, alles wahrzunehmen und zu begreifen, was wir erstreben. Und doch erkennt nicht das Herz, sondern die Seele. (S. 216)”

“Bewusstsein ist Intelligenz; Intelligenz ist die Seele; die Seele ist der Geist, das innere Wesen, und der Geist ist Gott. Bewusstsein ist also das göttliche Element, der göttliche Teil in uns. Durch unser Bewusstsein werden wir klein oder groß, steigen auf oder stürzen ab, werden eng oder weit. In der griechischen Mythologie und auch anderswo finden wir die Flügel des Adlers als Symbol für Bewusstsein. Sind die Flügel geöffnet, so symbolisiert das die Erweiterung des Bewusstseins, wir könnten es auch die Entfaltung der Seele nennen. Welchen Weg wir auch einschlagen, um auf der spirituellen Reise voranzuschreiten, ob Religion, Okkultismus, Philosophie oder Mystik, es geht immer um die Erweiterung des Bewusstseins. (S. 233)”

“Was kümmert es uns, ob irgendwer uns anerkennt? Wir kümmern uns nur darum, dass wir unsere heilige Pflicht erfüllen, unsere heilige Aufgabe erledigen können – ohne beachtet zu werden. Wir sollten sehr dankbar sein, wenn niemand von uns weiß und wir ungestört unsere Arbeit tun können. Hat es nicht viele unbekannte große Menschen gegeben, Künstlerinnen, Musiker usw. viel mehr als die, deren Namen wir kennen? Was für eine wunderbare Schönheit liegt darin, unbekannt zu bleiben! Es gibt die Erinnerung an den unbekannten Soldaten; alle kommen mit Blumen zum Gedanken an den unbekannten Soldaten. Dieses Ideal sollten wir in unserem Herzen in Ehren halten. Dieses Ziel sollten wir anstreben. Und je weniger Lärm wir machen, desto mehr werden wir erreichen. (S. 93)”