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Sarah Levy Quotes

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Famous Sarah Levy Quotes

“Ich glaube nicht an Vorahnungen. Und doch muss ich später immer wieder an diesen Moment denken. Warum lief mein Sohn nicht wie sonst nach der Betreuung in meine Arme? Warum hielt er sich so verzweifelt an Marwa fest, als ob er sie nach dem Wochenende nicht wiedersehen würde? Wenn das eigene Leben sich radikal ändert, erhält Gewöhnliches plötzlich eine Bedeutung. Wird zu dem Versuch zu erklären, was sich nicht erklären lässt. Gibt dem «Zuvor» ein Gewicht, um das «Danach» begreifbarer zu machen. Ich dachte nach dem 7. Oktober 2023 oft: Vielleicht spürte Oz, dass dies ein Abschied sein würde. Dass dieser Donnerstagnachmittag, der 5. Oktober, nicht nur der Beginn eines sonnigen Herbst-Wochenendes in Israel war. Sondern dass weniger als 48 Stunden später eine Katastrophe geschehen würde, die alles veränderte. Das Leben unserer Familie. Das Leben von Marwa. Und das Land, das wir alle unser Zuhause nennen.”

“Eine Ideologie kann man nicht mit Bomben bekämpfen. Ein Großteil des Hasses gegen Israel – bei dem Teil der palästinensischen Bevölkerung, der die Geisel und Toten bejubelte, die durch die Straßen Gazas paradiert wurden, und Süßigkeiten verteilte – ist über Jahrzehnte indoktriniert und kann nicht wie ein Licht ausgeknipst werden. Keine Armee der Welt kann Jahrzehnte des Misstrauens und des Hasses allein durch Kämpfen besiegen. Erst recht keine, deren Soldaten von Verletzung, Rache, Wut oder existenzieller Angst angetrieben sind. Erst recht nicht, wenn die Menschen, die irgendwann als friedliche Nachbarn neben uns leben sollen, alles verlieren, was den Wunsch nach Frieden antreiben könnte.”

“Ich spüre nicht mehr diese Leichtigkeit, diese Zuversicht, diese Sicherheit, die ich vor vier Jahren fühlte, als ich ankam, um mein Leben hier zu beginnen. Das Israel von damals kommt mir vor wie einem Traum entsprungen. Zu schön, um wahr zu sein. Zu sonnig, zu liebevoll, zu willkommen heißend. Zu friedlich. Das Israel, das ich in den vergangenen Monaten erlebt habe, ist ein Land der Extreme. Wütend. Unversöhnlich. Ein Land kurz vor dem Bürgerkrieg. Milchemet Achim lautet der Ausdruck im Hebräischen, übersetzt heißt das «Brüderkrieg». Ich habe ihn zu oft gehört in den vergangenen Monaten. Tatsächlich ist es ein Konflikt zwischen Nachbarn, Familienmitgliedern, Freunden, zwischen Menschen, die plötzlich zu merken scheinen, dass sie entgegengesetzte Vorstellungen davon haben, wie ihre gemeinsame Heimat aussehen soll. Und die keine Toleranz für jene haben, die das anders sehen. Radikale Politiker – und es gibt auf einmal so, so viele von ihnen – schlagen mit spaltenden Worten auf das Fundament ein, auf den Gesellschaftsvertrag dieses Landes. Sie gedeihen am Hass, am Misstrauen, an der Unvereinbarkeit. Mit vergiftenden Ideen und manipulativen Worten greifen sie das Mosaik der Gesellschaft an, das sowieso schon brüchig geworden ist. Die aufgeheizte Stimmung in diesem Jahr hat mich misstrauisch gemacht, oft Schlimmes befürchtend. Das geht über die normale Muttersorge hinaus. Ich kann das Gefühl nicht mehr abschütteln, dass Israel sich auf einen Abgrund zubewegt, und ich frage mich nicht mehr ob, sondern: Wann gehe ich, bevor ich mitgerissen werde? Doch ich treffe Entscheidungen nicht mehr für mich allein.”

“Der 7. Oktober hat so viel mehr erschüttert als unser Gefühl von Sicherheit. Wer wir waren, was wir glaubten, wer wir hofften zu sein – das alles spielt seither keine Rolle mehr. Diese neue, sich radikalisierende Welt zwingt uns, unsere Umgebung und uns selbst mit neuen Augen zu sehen: Wer sind wir? Als Volk, als Menschen. Welche Israelis wollen wir sein? Wir müssen uns neu auf die Suche begeben nach dem, was geblieben ist nach dem 7. Oktober von unserem alten Selbst. In der Hoffnung, dass überhaupt etwas geblieben ist.”

“Die israelische Gesellschaft ist schon lange ein schillerndes Mosaik zwischen zwei Polen –Demokratie und Religion. Wie könnte es auch anders sein mit einem Volk voller Widersprüche: Säkulare, Traditionsbewusste, Religiöse, Modern-Orthodoxe, Ultraorthodoxe, Siedler. Und alles dazwischen. Mit den Palästinensern Israels. Mit Juden, Muslimen, Christen, Drusen, Baha’i … Viele dieser Gruppen haben ihren eigenen Lebensstil, spezielle Überzeugungen und kollidierende Vorstellungen von den wichtigsten Bereichen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Von Ehe und Scheidung, Wehrpflicht, Geschlechtertrennung, Bildung, Toleranz für Minderheiten, Einstellung zu den Palästinensern und zur Zwei-Staaten-Lösung. Und so viel mehr. Dieses Mosaik aus Widersprüchen hält nur mit Kompromissen. Und einer Führung, die das Volk der Israelis mehr oder weniger zusammenbringt. Ansonsten kommt es zu gefährlichen Rissen. Wenn ich heute auf Israel blicke, sehe ich vor allem ein Land, das sich von innen zerreißt. Menschen, die mit ihren Wurzeln um sich schlagen, als seien sie Waffen.”