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Quote by Kurt Tucholsky

“Wer die Enge seiner Heimat begreifen will, der reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.”

Quote by Kurt Tucholsky

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Kurt Tucholsky
Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky was a German journalist, writer, and satirist known for his sharp wit and critical thinking. His work covered a wide range of topics including politics, society, and culture. Tucholsky's writing style was unique, with a sharp tongue that delved deeply into the social phenomena of his time. more

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“Für mich ist Emersons Axiom, daß gute Bücher die beste Universität ersetzen, unentwegt gültig geblieben, und ich bin noch heute überzeugt, daß man ein ausgezeichneter Philosoph, Historiker, Philologe, Jurist und was immer werden kann, ohne je eine Universität oder sogar ein Gymnasium besucht zu haben.”

“Generation für Generation beteten die Menschen zu jedem Gott, jedem Engel, jedem Heiligen, und sie erfanden unzählige Instrumente, Institutionen und Gesellschaftssysteme – trotzdem starben sie weiter millionenfach an Hunger, Epidemien und Gewalt. Viele Denker und Propheten kamen zu dem Schluss, Hunger, Krankheit und Krieg seien eben fester Bestandteil von Gottes kosmischem Plan oder unserer unvollkommenen Natur, und erst am Ende aller Zeit würden wir davon befreit werden.”

“Nun ist Flucht nicht nur weglaufen, sondern auch ankommen. Und die Vergangenheit, in der ich als Rechtshistoriker ankam, war nicht weniger lebensvoll als die Gegenwart. Es ist auch nicht so, wie der Außenstehende vielleicht annehmen möchte, daß man die vergangene Lebensfülle nur beobachtet, während man an der gegenwärtigen teilnimmt. Geschichte treiben heißt Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlagen und beide Ufer beobachten und an beiden tätig werden. Eines meiner Forschungsgebiete wurde das Recht im Dritten Reich, und hier ist besonders augenfällig, wie Vergangenheit und Gegenwart in eine Lebenswirklichkeit zusammenschießen. Flucht ist hier nicht die Beschäftigung mit der Vergangenheit, sondern gerade die entschlossene Konzentration auf Gegenwart und Zukunft, die blind ist für das Erbe der Vergangenheit, von dem wir geprägt sind und mit dem wir leben müssen. (S.172)”

“Zeit in Bursa In Bursa: ein Moscheehof, klein, uralt, Drin Wasser plätschernd in dem Springbrunn wallt, Und eine Mauer noch aus Orhans Zeiten, Gleichaltrig die Platane ihr zu Seiten, Die allseits heitren Tag durchscheinen läßt - Die Trauer, die noch eines Traumes Rest; Darinnen lächelt mir tief aus dem Innern, Gleichsam aus einem kühlenden Erinnern Des Himmels Blau, as Grün der eb'nen Flur Und jene göttlichste Architektur. Hier ist ein jeder Name Siegeskunde; In eins verflossen, leben Zeit, Tag, Stunde Den Zauber einer längst vergangnen Pracht Des Traums, der noch in diesen Steinen lacht. Das taubenäugige, das Schweigen auch Tönt noch mit jener Zeiten fernem Hauch - Gümüslü: Spiegel frühster Siegeshuld; Muradiye: Bittre Frucht nur der Geduld; Symbol des Lebens: weiße Nilüfer; Moscheen, Türben, Gärten altersschwer, Zahlloser Helden ruhmreiche Legenden, Kriegsschreie auch, die sich zum Himmel wenden, Trägt jeden zur Vergangenheit mit Macht. In diesem Traum schläft Bursa jede Nacht, Mit ihm erwacht es, wenn der Tag anbricht, Zypresse, Rose lacht im Silberlicht - Und der verhalt'nen Brunnen frischer Ton ... Inmitten eines Wunders leb ich schon Von Flügelschlagen und der Wasser Hall - Die Zeit hier: eine Ampel von Kristall ...”

“Vor sechshundert Jahren besaß die Pariser Medizinische Fakultät die kleinste Bibliothek der Welt. Sie bestand aus einem Titel. Und diese Schrift war das Werk eines Arabers. Es war so kostbar, daß noch Seine Allerchristliche Majestät König Ludwig XI. zwölf Mark in Silber und hundert Taler in Gold hinterlegen mußte, als er sich diesen Satz auslieh, damit seine Leibärzte jederzeit eine Kopie als Nachschlagwerk bei möglichen Attacken auf die Allerhöchste Gesundheit zu Rate zu ziehen vermöchten. Dieses Werk, das den ganzen Bestand der Bibliothek ausmachte, umfaßte aber auch die Fülle des gesamten medizinischen Wissens seit den frühesten Griechen - bis zum Jahre 925 n. Chr. Und da die folgenden vierhundert Jahre hierzulande so gut wie nichts dazu beigetragen hatten, wog dieser eine mächtige, strotzdende Gigant aus der Feder des Arabers tausendfach die bescheidenen, dünnbrüstigen Schriften sämtlicher klösterlichen Biblitotheken auf. Wie sehr die Pariser ihren Schatz zu würdigen wußten, beweißt das Denkmal, das sie dem Andenken seines Autors im Auditorium maximum ihrer Medizinschule gewidmet haben. Heute haben die Studenten der École de Médecine täglich sein Bild und das eines anderen Arabers vor Augen, wenn sie sich in dem großen Hörsaal am Boulevard St. Germain des Prés versammeln. Rhases nannte ihn das Abendland. Die Araber nannten ihn ar-Rasi. Sein eigentlicher Name war Abu Bekr Muhammed ben Sakerija.”