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Quote by sigrid hunke

“Vor sechshundert Jahren besaß die Pariser Medizinische Fakultät die kleinste Bibliothek der Welt. Sie bestand aus einem Titel. Und diese Schrift war das Werk eines Arabers. Es war so kostbar, daß noch Seine Allerchristliche Majestät König Ludwig XI. zwölf Mark in Silber und hundert Taler in Gold hinterlegen mußte, als er sich diesen Satz auslieh, damit seine Leibärzte jederzeit eine Kopie als Nachschlagwerk bei möglichen Attacken auf die Allerhöchste Gesundheit zu Rate zu ziehen vermöchten. Dieses Werk, das den ganzen Bestand der Bibliothek ausmachte, umfaßte aber auch die Fülle des gesamten medizinischen Wissens seit den frühesten Griechen - bis zum Jahre 925 n. Chr. Und da die folgenden vierhundert Jahre hierzulande so gut wie nichts dazu beigetragen hatten, wog dieser eine mächtige, strotzdende Gigant aus der Feder des Arabers tausendfach die bescheidenen, dünnbrüstigen Schriften sämtlicher klösterlichen Biblitotheken auf. Wie sehr die Pariser ihren Schatz zu würdigen wußten, beweißt das Denkmal, das sie dem Andenken seines Autors im Auditorium maximum ihrer Medizinschule gewidmet haben. Heute haben die Studenten der École de Médecine täglich sein Bild und das eines anderen Arabers vor Augen, wenn sie sich in dem großen Hörsaal am Boulevard St. Germain des Prés versammeln. Rhases nannte ihn das Abendland. Die Araber nannten ihn ar-Rasi. Sein eigentlicher Name war Abu Bekr Muhammed ben Sakerija.”

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sigrid hunke

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“Lehrsätze finden ihre Wahrheit in ihrer kontrollierbaren Entsprechung zur vorliegenden erfahrbaren Wirklichkeit. Die Hoffnungssätze der Verheißung aber müssen in einen Widerspruch zur gegenwärtig erfahrbaren Wirklichkeit treten. Sie resultieren nicht aus Erfahrungen, sondern sind die Bedingung für die Möglichkeit neuer Erfahrungen. Sie wollen nicht die Wirklichkeit erhellen, die da ist, sondern die Wirklichkeit, die kommt. Sie wollen die Wirklichkeit, die da ist, nicht im Geiste abbilden, sondern die Wirklichkeit, die da ist, in die Veränderung hineinführen, die verheißen ist und erhofft wird. Sie wollen der Wirklichkeit nicht die Schleppe nachtragen, sondern die Fad\:el voran. Damit machen sie die Wirklichkeit geschichtlich. Wird aber die Wirklichkeit geschichtlich wahrgenommen, so muß man mit]. G. Hamann fragen: "Wer will vom Gegenwärtigen richtige Begriffe nehmen, ohne das Zukünftige zu wissen?”

“..., daß jenseits des Anekdotischen jede Geschichte und jedermanns Geschichte vom wesentlichen her gesehen gleichartig sei, und daß diese im wesentlichen gleichartigen Geschichten im wesentlichen tatsächlich alle Schreckensgeschichten seien, daß im wesentlichen alles Geschehen tatsächlich schrecklich sei und daß, im wesentlichen, auch die Geschichte schon seit langem nichts als höchstens eine Schreckensgeschichte sei.”