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Deutsch Quotes

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Deutsch Quotes

“And to this world, to this scene of tormented and agonised beings, who only continue to exist by devouring each other, in which, therefore, every ravenous beast is the living grave of thousands of others, and its self-maintenance is a chain of painful deaths; and in which the capacity for feeling pain increases with knowledge, and therefore reaches its highest degree in man, a degree which is the higher the more intelligent the man is; to this world it has been sought to apply the system of optimism, and demonstrate to us that it is the best of all possible worlds. The absurdity is glaring.”

“Weißt du, früher hatte ich voll die Schwierigkeiten mit dem steirischen Dialekt", murmle ich und betrachte jeden Millimeter seines Gesichts. "Zu Hause haben wir ja nur Urdu oder Punjabi gesprochen und im Fernsehen und im Unterricht sprachen alle immer hochdeutsch. Manchmal in Reality Shows mit diesem deutsch-deutschen Akzent halt. Aber Steirisch hörte ich nur von den anderen Kindern, die es wegen ihrer Eltern sprachen, und es gab echt viele Ausdrücke, die ich nicht verstand. Und da war dieses eine Mädchen, das sich immer darüber lustig gemacht hat, wenn ich nachfragte. Sie hat in der ganzen Klasse rumgeschrien, wie dumm es von mir war, dass ich es nicht besser wusste." "Als ob man sich dafür entschuldigen müsste, dass man mehrsprachig aufwächst", murrt Tariq. "Oder?" "Nuh hatte früher auch viele Probleme mit seinen Mitschülern. Die haben ihn immer wegen seines Namens geärgert, deswegen nennt er sich jetzt lieber Noah." "Oha. Als ob er sich selbst white washed." "Jap. Kinder können grausam sein.”

“Ich las die Übersetzung des Piaveschen Librettos zu Ernani, herausgegeben in Zürich 1952, und im Vorwort steht in atemberaubender Dummheit, man habe die krassesten Unglaubwürdigkeiten ausgemerzt, wo doch gerade das Unfaßbare das Schöne an der Geschichte ist, oder besser: an der Gattung Oper an sich, weil gerade was von keiner auch noch so exotischen Wahrscheinlichkeitsrechnung mehr erfaßbar ist, in der Oper zu einer machtvollen Verwandlung der ganzen Welt in Musik als das Natürliche erscheint. Auch die großen Gefühle der Oper, die oft als übersteigert abgetan werden, kommen mir eher in die Gegenrichtung aufs äußerste reduziert vor, auf das Archetypische der Gefühle verdichtet, nicht mehr weiter in ihrer Essenz konzentrierbar. Es sind Axiome von Gefühlen. Das ist es, was Oper und Dschungel verbindet.”

“Selbst der letzte Versager kann sich noch zur Elite zählen, wenn er seine Hautfarbe, seine Religion, sein Geschlecht oder seine sexuelle Neigung dadurch aufwertet, dass er alle, die anders sind, abwertet. Ob sie selbst auch nur das Geringste etwa zum wirtschaftlichen Erfolg oder dem Funktionieren unserer Demokratie beigetragen haben, spielt keine Rolle: Selbst im Vergleich mit einem vor Folter geflüchteten Raketenwissenschaftler aus Syrien sieht sich ein von Dschungelcamp zu Dschungelcamp hangelnder "deutscher Michel" qua Geburt, Haut- und Haarfarbe mit einem nicht einzuholenden Vorsprung ausgestattet.”

“Weißt du, die Erinnerung ist eine Bestie. Vermeintlich unbedeutende Ecken und Kanten schleift sie ab, als täte es niemandem weh, sie zu vernachlässigen. Stattdessen setzt sie unwillkürlich Akzente an angeblich besonderen Punkten. An den schönsten, ohnehin schon schillernden Stellen. Während die Ecken und Kanten, die der Erinnerung Tiefe geben, irgendwo zu Staub zerfallen.”

“Wären die Hitze und die architektonischen Entgleisungen Antoni Gaudís nicht gewesen, die daran erinnerten, dass man sich tatsächlich in Barcelona befand, man hätte meinen können, wir wären gar nicht verreist. Die Trams waren von derselben schnittigen Bauart wie zu Hause, in den Cafés saßen Freelancer mit ihren dickrandingen Brillen an Notebooks und Lesegeräten, die sich so geheimnisvoll und so magisch mit dem Zeigefinger auf dem Display bedienen lassen. Im Taxi vom Flughafen erspähten wir auf der Autobahn ein Schild eines Möbelgeschäfts, das uns sehr vertraut war. Die kleinen weißen Plastikkarten, die die Schlüssel in Hotel abgelöst haben, glichen vollkommen denjenigen in Wuppertal oder Frankfurt, selbst die Toilettenschlüssel und Armaturenbretter im Badezimmer waren vom selben Fabrikat wie in meiner Wohnung. Das womöglich allerletzte Disinktionsmerkmal des Südens gegenüber dem Norden, schien es mir, war die deutlich höhere Verbreitung des Bidets.”

“Ich liebe dein Schweigen, es ist wie meines. Du bist das einzige Wesen, in dessen Gegenwart ich mich wegen meines eigenen Schweigens nicht beunruhigt fühle. Du besitzt ein ungestümes Schweigen, man fühlt, dass es von Inhalten erfüllt ist. Es ist seltsam lebendiges Schweigen, wie der geöffnete Deckel eines Brunnens, aus dem man das geheimnisvolle Murmeln der Erde vernehmen kann.”

“Der Fußgänger ist eine Anomalie, er erweckt Leidenschaften und ein Spektrum an Gefühlen zum Leben, das von Neugier bis Argwohn reicht. Ein dem Fußgänger zugerufenes "vaffa" ist somit schwierig zu deuten. Es bringt Überraschung angesichts des Unglaublichen zum Ausdruck, Mitleid mit jenen, die keine Reifen haben, den insgeheimen Neid des Pendlers auf alle, die Zeit haben. Aber auch Unsicherheit. Wer sind die da?, fragen sich die Leute: Herumirrende Einwanderer oder reiche Snobs, die eine exzentrische Idee hatten?”

“Und hinter allem? Hinter allem, was du Gott, Strom und Stern, Nacht, Spiegel oder Kosmos und Hilde oder Evelyn nennst – hinter allem stehst immer du selbst.Eisig einsam. Erbärmlich. Groß. Dein Gelächter. Deine Not. Deine Frage. Deine Antwort. Hinter allem,uniformiert, nackt oder sonstwie kostümiert, schattenhaft verschwankt, in fremder fast scheuer ungeahnt grandioser Dimension: Du selbst. Deine Liebe. Deine Angst.Deine Hoffnung.”