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Schmerz Quotes

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Schmerz Quotes

“Das Leben geht weiter. Manchmal fragte ich mich, ob diese Tatsache nicht das Grausamste an unserem Dasein ist. Nicht der Tod und die ihm vorausgehenden Schmerzen, sondern der Fakt, dass ganz gleich, welche Schicksalschläge das Leben für uns bereithält, die Uhren niemals innehalten. Nicht einmal für einen Wimpernschlag. Dabei hat das Universum doch alle Zeit der Welt. Wäre der Unfalltod eines Menschen nicht viel einfacher zu ertragen, wenn sämtliche Autos für einen Moment stehen blieben? Wenn die Wellen, die das Kind ertränkten, nicht mehr rauschten? Nur für eine kurze Zeit, wenigstens die Trauerfeier über, bis der Sarg sich in das Grab gesenkt hätte. Wird uns die Bedeutungslosigkeit unseres Daseins nicht alleine dadurch gewiss gemacht, dass wir neben dem Totenbett eines geliebten Menschen im Krankenhaus stehen und gleichzeitig vor den Fenstern das Lachen spielender Kinder im Park hören könnten? Das Leben geht immer weiter. Immer.”

“Nichts. Nichts hatte Sinn gemacht. Nicht vor einem Jahr, als es begonnen hatte, als wir begonnen hatten, als wir etwas waren, und als das, was wir hätten sein können. Monatelange Stille folgte darauf hin und ich sagte mir immer, immer und immer wieder, dass es die richtige Entscheidung war. Die Endgültigkeit hatte etwas Befreiendes – jedenfalls redete ich mir das ein. Ich bin gut darin, mir etwas einzureden, mir etwas vorzuspielen, mich selbst zu belügen. Denn wenn man die Lüge lange genug lebt, dann wird sie irgendwann wahr.”

“Viele fragen sich, ob leben, sterben oder nie leben das größte Leid ist. Aber alle Antworten sind in dem Gefühl selbst enthalten; denn viele leiden, aber nicht jeder lebt. Und derjenige, der nie Schmerz empfunden hat, ist für den Gedanken verloren. Wenn es also eine Wahrheit für alles gibt – dann, dass jeder auf seine Weise leidet. Denn die Wahrheit kann leben oder sterben, aber am Ende leidet sie nur.”

“NACHTANGEL Mit dem mund an der nachtangel hängend wie ein fisch warte ich bis am morgen die angler kommen und im grase nach den ausgelegten schnüren suchen werden Lang ist diese nacht Von allen die längste Und das wasser fließt es fließen nacht und sterne die im frühjahr unterspülten ufer stürzen ein erde bricht nieder in den schwarzen buchten Lang ist diese nacht Von allen die längste Nur in den kuhlen versprechen die kleinen bäuche der kiesel die ankunft des tags und am waldrand verhallt der schuß der weiße schuß und rehe fliehen Lang ist diese nacht Von allen die längste Gefangen am mund und am schmerz wie ein fisch warte ich bis früh die guten angler das ufer abgehn und nach zeichen suchen werden Lang ist diese nacht Von allen die längste”

“Andererseits liegt es daran, dass alle Menschen in ihrem Schmerz gehört werden wollen. Menschen wollen nicht Täter sein. Menschen wollen Opfer sein. Also nicht wirklich, sie wollen nicht wirklich leiden, aber man soll es ihnen lassen, dass auch sie gelitten haben, dass es auch ihnen schlecht geht, dass auch sie unterdrückt werden, etc.”

“Das wirkliche Leben, meint er, sei ja so anders... Jedenfalls das seine, denkt er: da erkennt man keinen klaren Ablauf und keinen roten Faden, da zerrinnt es einfach, ohne Abschnitt und ohne Tat, die Leidenschaft zerrinnt in eine Stimmung, und auch die Entschlüsse sind wie Sand, der leise durch die Finger rinnt, immer wieder nimmt man eine neue Handvoll, und wenn man sie aufmacht, ist wieder nichts darin geblieben, man ist verzweifelt, und auch das zerrinnt, wie die Hoffnung und der Jubel und der Schmerz und alles, wie das ganze Leben.”