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Verlust Quotes

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Verlust Quotes

“behalte den flug im gedächtnis ob schnee lag. ob uniformierte patroullierten. ob es morgen war oder abend. ob viele taschentücher aufgebraucht wurden. ob ich müde war. ob über- haupt jemand an der absperrung stand. ob die luft anders roch als sonst. ob die grenzer am flughafen nett waren oder bedrohlich. ob wir gefrühstückt hatten an diesem tag. ob ich ein buch im handgepäck hatte. ob ich mich von irgendjemandem verabschie- det habe. ob die sonne schien. ob ich angst hatte. ob ich einen fensterplatz oder einen am gang hatte. ob ich den berg in wahrheit überhaupt sehen konnte. ob die geschwister quengelig waren. ob wir abends irgendjemandem bescheid gegeben haben. ob ich verstand, warum die frau ständig von heimat sprach. ob ich ahnte, dass der mann nicht ahnte, dass es für immer war. ob ich vorher noch einmal durch den garten gegangen bin. ob jemand die tür hinter uns schloss. ob ich mich noch einmal umgedreht habe.”

“Wir sind Teil eines großen Ganzen, und meistens erkennen wir erst in der Rückschau, welch wunderschönes buntes Motiv wir gemeinsam erschaffen haben. Du bist wie ein Puzzleteil, George, und ein solches hat immer mehrere Seiten. Nur weil mit mir eines Deiner Nachbarstücke gegangen ist, heißt das nicht, dass Du jetzt für Dich alleine stehst. Es gibt noch drei weitere perfekt passende Anschlussstücke.”

“So ist das Leben. Wie schwer und tödlich unser Verlust auch sein mag, wie wichtig auch immer das, dessen wir beraubt wurden: wir leben einfach weiter. Selbst wenn nur noch die äußerste Schicht unserer Haut die gleiche geblieben ist und wir zu völlig anderen Menschen geworden sind, strecken wir die Hände nach der uns zugemessenen Zeit aus, holen sie ein und bringen sie schließlich hinter uns. Sooft ich darüber nachdenke, wie wir unermüdlich und meist ohne besonderes Geschick unsere alltäglichen Verrichtungen wiederholen, überkommt mich das Gefühl einer entsetzlichen Leere.”

“Das kann ein bisschen dauern', meinte Akesuk. 'Ja, es kostet Zeit', nickte Anawak, der sich erinnerte, wie oft sie an solchen Spalten entlanggefahren waren. Akesuk kräuselte die Nase. 'Nein. Warum sollte es welche kosten? Wir opfern keine Zeit. Wir behalten sie, ob wir nun direkt nach Osten fahren oder erst ein Stück weiter nördlich. Hast du alles vergessen? Hier oben ist nicht wichtig, wie schnell du ankommst. Wenn du einen Umweg fährst, findet dein Leben trotzdem statt. Keine Zeit ist verloren.”

“Der Tod stellt ein sehr reales Trauma für uns dar, das über das Bewusstsein hinausgeht, dass auch unser eigenes Leben früher oder später ein Ende nehmen wird. Er geht mit einem Einbruch des Schweigens einher, einer ganz eigenen Form der Sprachlosigkeit. Ein Mensch zu sein heißt zwar immer, sterblich zu sein und die Sterblichkeit geliebter Menschen zu bezeugen, doch es heißt nicht, diese Sterblichkeit auch zu begreifen. Unsere Psyche beschützt uns davor, den Tod geliebter Menschen zu verstehen. Sie erlaubt uns nur, im Laufe der Zeit unserem Nichtverstehen etwas näher zu kommen und es so in unser Leben zu integrieren.”