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Einsamkeit Quotes

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Einsamkeit Quotes

“Bei Durchblättern von Büchern, die ich immer wieder zur Hand nehme, stoße ich auf Unterstreichungen wie diese: »Heute, so scheint es ihm, schreibt er mehr aus einer freien Position heraus. … Er sagt das ohne den Dünkel, der solche Unabhängigkeitserklärungen begleiten kann, und ohne die Pose des Traurigseins, mit der man eine Einsamkeit zugibt«. Die Sätze stammen aus Roland Barthes’ autobiographischem Buch Über mich selbst. Ich muss die Unterstreichung vor langer Zeit gemacht haben. Trotzdem habe ich das Gefühl, sie zum ersten Mal zu lesen. Wenn ich in Maggie Nelsons Bluets blättere, ihren Reflexionen über das Ende einer Liebesaffäre und die Anziehungskraft der Farbe Blau, wartet, in verblassendem Neonrosa markiert, folgender Satz auf mich: »Ich habe schon seit einiger Zeit versucht, in meiner Einsamkeit Würde zu finden. Ich habe festgestellt, dass ich damit Schwierigkeiten habe.«Drei Ausrufezeichen stehen neben der Anstreichung. Es muss eine Zeit gegeben haben, in der ich mich mit Nelsons Lakonie identifizieren konnte. Tue ich das jetzt auch noch? Und schließlich, beim Blick in Marguerite Duras’ Écrire, ihren Essay über die Einsamkeit von Schreibenden: »Sobald der Mensch allein ist, stürzt er in die Unvernunft. Ich glaube Folgendes: Ich glaube, dass eine auf sich allein gestellte Person immer schon vom Wahnsinn gezeichnet ist, da sie nichts vor dem Einbruch des eigenen Deliriums schützt.«1 Wenn ich diese Zeilen lese, schlägt mein Herz etwas schneller. Unfreiwillige Wellen des Erkennens unter Regungen des Widerstands. Haltung bewahren, den Blick nach vorn.”

“Ich saß auf den Felsen und dachte an die Geschichten von Nymphen, die so lange weinten, bis sie zu Felsgestein wurden oder zu Kranichen, zu dümmlichen Kühen und zu dürren Bäumen, ihre Gedanken bis in alle Ewigkeit eingesperrt unter der Rinde. Doch wie es schien, gelang mir noch nicht einmal das. Ich war mein Leben eingesperrt, umschlossen von granitenen Wänden, die immer näher rückten.”

“Sie lächelte, beinahe traurig, und der Anblick versetzte Lerio einen Stich. Es war seine Schuld, dass sich seine Schwester keine Hoffnungen auf eine Ehe erlaubte. Er wusste, was sie über ihn erzählten. Viele hielten sein zerstörtes Auge und die schrecklichen Narben in seinem Gesicht für eine Missbildung oder die Folgen einer Krankheit, also etwas Erbliches, das seine Schwestern und er an ihre Kinder weitergeben konnten. Dabei war es eine Verletzung gewesen, die sein Gesicht und all seine Aussichten auf Glück, auf Liebe und einen Partner zerstört hatte.”

“Ich setzte mich in die Cafeteria und malte mir aus, wie es wohl wäre, auf dem Mond zu leben. Zumindest würde ein Mondbewohner ständigen Kontakt mir der Flugkontrolle pflegen. Er könnte sich mit dem Kontrolleur unterhalten, seine Familie ins Raumfahrtzentrum begeben und mit ihm sprechen, und er könnte sie sogar auf dem Bildschirm sehen. Man würde ihn über die Weltereignisse auf dem laufenden halten und die Spiele der Houston Astros verfolgen lassen. Vielleicht waren schon Amerikaner auf dem Mond gelandet als in Adamstown. Der Ort, an den ich reisen wollte, lag abgelegener als ein Planet.”

“Inzwischen hatte der launische Wind seine Aufmerksamkeit anderen zugewandt. Er fuhr durch die schweren Stoffbahnen der Marktstände um Farisio herum, brachte die Flaggen und Fähnchen zwischen den Häusern zum Tanzen und die Windspiele an den Gebäuden zum Klingen, erfand mit spielerischer Leichtigkeit eine neue Melodie und gab den Luftschiffen der Wachen über der Stadt Brise einen kleinen Stups. Er erzählte ihnen allen etwas, doch Farisio merkte, dass niemand dem Wind zuhörte. Niemand außer ihm.”

“Die Beobachtungen und Begegnisse des Einsam-Stummen sind zugleich verschwommener und eindringlicher als die des Geselligen, seine Gedanken schwerer, wunderlicher und nie ohne einen Anflug von Traurigkeit. Bilder und Wahrnehmungen, die mit einem Blick, einem Lachen, einem Urteilsaustausch leichthin abzutun wären, beschäftigen ihn über Gebühr, vertiefen sich im Schweigen, werden bedeutsam, Erlebnis, Abenteuer, Gefühl. Einsamkeit zeitigt das Originale, das gewagt und befremdend Schöne, das Gedicht. Einsamkeit zeitigt aber auch das Verkehrte, das Unverhältnismäßige, das Absurde und Unerlaubte.”

“Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gemacht. Das Gleiche gilt übrigends für Menschen. [...] Auch wir fühlen uns am sichersten, wenn wir allein zu Hause bleiben und alle Gefahren von uns fernhalten. Am besten auch alle anderen Menschen, um nicht verletzt oder enttäuscht zu werden. [...] Aber dafür sind Menschen eben auch nicht gemacht. Genauso wie ein Schiff im Hafen von Salz und Algen zerfressen wird, passiert das beim Menschen mit Einsamkeit und Angst.”

“Ich sollte eigentlich ganz allein auf der Welt sein, ich, Helbling, und sonst kein anderes lebendes Wesen. Keine Sonne, keine Kultur, ich nackt auf einem hohen Stein, kein Sturm, nicht einmal eine Welle, kein Wasser, kein Wind, keine Straßen, keine Banken, kein Geld, keine Zeit und kein Atem. Ich würde dann jedenfalls nicht mehr Angst haben. Keine Angst mehr und keine Fragen, und ich würde auch nicht mehr zu spät kommen. Ich könnte die Vorstellung haben, daß ich im Bett läge, ewig im Bett. Das wäre vielleicht das Schönste!”

“DER WIND, DIE SONNE UND ICH Da der Wind an der Glastür rüttelt lasse ich ihn ein dann kommt die Sonne zu dritt halten wir ein Plauderstündchen Großmutter fühlst du dich nicht einsam so allein? fragen Wind und Sonne Letztendlich sind wir Menschen doch immer allein sage ich Wenigstens hat man seine Ruhe, was? Wir lachen an diesem frühen Nachmittag”

“Das Alleinsein wertzuschätzen ist offensichtlich ein nützlicher Wert, denn man kann sich nicht der Selbsterforschung widmen, wenn man von anderen unruhigen Geistern umgeben und mit ihnen in Verbindung ist. Der bewusst gewählte Rückzug ist von einer Flucht zu unterscheiden, in der wir vor uns selbst oder vor Dingen fliehen, denen wir uns nicht stellen wollen. Wenn eine Aktivität nur der Flucht dient, haben wir ein Gefühl der Unzulänglichkeit. Ein Geist, der das Alleinsein schätzt, ist ein Geist, der es genießt, für sich zu sein. Die Einsamkeit ist die beste Umgebung für die Selbsterforschung. (S. 196)”

“Doch der springende Punkt all dieser Serien, das, worauf sie immer zusteuern, wird leicht übersehen: Sie enden damit, dass ausnahmslos alle ihrer Protagonistinnen und Protagonisten Partnerinnen und Partner finden, Familien gründen und sich Leben aufbauen, in denen die vormals gefeierten Freundschaften nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle mehr spielen. Die während der Serie hoch gehaltenen Codes und Regeln der Freundschaft gelten zu ihrem Ende nicht mehr, wenn ihre Heldinnen und Helden im sicheren Hafen traditioneller Liebesbeziehungen angekommen sind.”

“Meine Einsamkeit ist weder enge noch ist sie leer, sie erlaubt mir zwar das Mitleben in eine der heutigen gültigen Daseinsfprmen nicht, erleichtert mir aber zum Beispiel das Mitleben in hundert Daseinsformen der Vergangenheit, villeicht auch der Zukunft, es hat ein unendlich großes Stück Wlet in ihr raum. Und vor allem ist diese Einsamkeit nicht leer. Sie ist voll von Bildern. Sie ist eine Schatzkammer von angeeigneten Gütern, ichgewordener Vergangenheit, assimilierter Natur.”