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Like water in your hands

Book by Mehwish Sohail · 13 quotes · Tariq, Arwa, Like Water In Your Hands

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Like water in your hands Quotes

“Als ich noch bei meinen Eltern lebte, habe ich selten mit meiner Familie in Pakistan telefoniert. Meine Verbindung zu Pakistan war für viele Jahre gekappt, was zum großen Teil an meinen Eltern selbst liegt, die sich von all ihren Verwandten zurückgezogen haben. Asma Aunty redet dagegen regelmäßig mit meinen Großeltern, weswegen es auch für mich immer mehr zum Alltag wird. Anfangs haben mir meine Probleme mit der Sprache und mein nervöses Selbst die Kommunikation schwer gemacht, aber die beiden füllen nur zu gern meine Lücken aus und freuen sich allein schon darüber, mich zu sehen, ohne dass ich etwas sagen muss. Es ist fast schon befremdlich, wie gern sie mich noch haben. Sie kennen diese Person, die ich heute bin, doch gar nicht. Wie können sie so lieb zu mir sein? Ich habe nie irgendwas getan, um diese Sanftheit zu verdienen.”

“Mein erster Gedanke, als ich eine Woche später das Auto auf dem Parkplatz eines unscheinbaren Eventhauses abstelle, ist Arwa. Einfach Arwa, nicht etwas Bestimmtes an ihr, sondern ihr Name, der wie ein Blatt von den Bäumen runtersegelt und vor meinen Füßen zum Liegen kommt. Es knirscht, als ich den Gedanken an ihr zertrete und den Ort betrete, an dem die Hennafeier stattfindet.”

“Du bist Tariq", wiederholt sie die Worte, die mir Maya letztens gesagt hat. "Du hast einen tollen Musikgeschmack, bist loyal, ruhig, denkst zu viel nach, bist immer für alle da und kannst wirklich romantisch sein. Manchmal sogar zu romantisch für meinen Geschmack." Obwohl mir die Beschreibung nicht hundertprozentig zusagt, zucken meine Mundwinkel. "Soll ich ein bisschen runterschalten wegen der Romantik?" "Nein", antwortet sie nur, und ich lächle schwach.”

“Nein, aber ehrlich jetzt, ich hab keine Ahnung, wieso diese Leute Anime so hassen. Meine Kunstlehrerin war auch so, eigentlich voll lieb, aber wehe, du malst irgendwas, was sie an Anime erinnert." "Weil alles, was kindisch und weiblich wirkt, in unserer Gesellschaft gern abgewertet wird. Vor allem, wenn es nichteuropäisch ist«, erklärt Tariq, als hätte er das schon hundertmal wiederholt. »Würde Maya jetzt sagen." "Wollte grad sagen, klingt typisch nach ihr. Aber stimmt doch! Immer, wenn etwas weniger maskulin wirkt – was immer die sich darunter vorstellen –, wird es sofort weniger ernst genommen. Außer man ist ein weißer Typ und heißt Andy Warhol …”

“Wenn ich könnte, würde ich den Leuten gern schon bei unserem ersten Zusammentreffen erklären, wie es um mich steht. Dass ich die meiste Zeit über keine Ahnung habe, was ich mache oder machen sollte. Ich weiß nicht, was von mir erwartet wird, welche Wörter ich zusammensetzen muss, damit sie Sinn ergeben. Und genauso wenig weiß ich, wie man andere Menschen liest – es ist, als ob alle bei ihrer Geburt eine Gebrauchsanweisung für soziale Interaktionen installiert bekommen haben, nur mich hat man übersprungen. Und jedes Mal, wenn ich versuche, mich mit anderen zu verständigen, sind da tausend Fragen in meinem Kopf: Soll ich weiter lächeln? Den Blickkontakt aufrechterhalten, etwas sagen, nichts sagen – und wohin mit meinen Händen, meinen Füßen, mit meinem Körper? Wohin mit mir?”

“Wien ist…" Ich versuche mich an die richtigen Vokabeln auf Urdu zu erinnern, merke aber, dass ich nicht mal auf Deutsch so genau wüsste, wie ich fortfahren soll. Wien ist… groß? Ernüchternd. Ermüdend. Irgendwie schäbiger als erwartet, irgendwie schöner auch. Vor allem ist es sehr viel und sehr schnell und ziemlich überwältigend, auch nach den vier Wochen, die ich schon hier bin. "Wien", beende ich meinen in der Luft schwebenden Satz. "Wien eben.”