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Quote by Dietmar Dath

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Phonon oder Staat ohne Namen

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Dietmar Dath

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“Das, was der Begriff des "Kapitalismus" leisten sollte, war sehr viel - mehr sogar als die übrigen "Querschnitte". Man wollte mit ihm nicht bloß das "Wesen" der Erscheinungen darstellen, das jenseits der historischen Einzelerscheinungen liege und um das sich der Nationalökonom hauptsachlich zu bemühen habe. Das wollte man mit den übrigen Querschnitten - wie Stadtwirtschaft oder Hauswirtschaft - auch. Vielmehr sah und sieht man im Kapitalismus zugleich die wirkende Substanz der modernen Wirtschaft. Die einzelnen Erscheinungen - etwa die Zerstörung alter Handwerkszweige, die Bildung von Kartellen, die Ausdehnung des Welthandels, die Umgestaltung der sozialen Struktur der Länder - werden als Taten eines realen Wesens, eben des Kapitalismus, seine Krisis als ein Verfall dieses Wesens angesehen. Marx und seine Schüler haben in besonderem Maße dahin gewirkt, diese Denkform zu verbreiten. Bei vielen Marx-Schülern und bei anderen Schriftstellern wird der Kapitalismus sogar zur personifizierten Substanz oder zur Person. Es wird berichtet, was der Kapitalismus in Europa und sonstwo vollbracht habe, daß er sein Zerstorungswerk auf der Erde fortsetzen werde, daß der Hochkapitalismus in einem eigentümlichen Rhythmus von Aufstieg und Niedergang gelebt habe und daß er ruhiger, gesetzter, vernünftiger werde, wie es seinem zunehmenden Alter entspreche, daß er aber noch immer Vorräte von Waren zerstore oder Arbeiter ausbeute. Das mogen manchmal nur Eigenheiten der sprachlichen Formulierung sein; meist ist es mehr: den Kapitalismus als gestaltende Substanz oder als reales, lebendes Wesen aufzufassen, ist üblich geworden. Die Masse der Menschen liebt es im übrigen, in solchen Kategorien zu denken und ihnen noch eine besondere Gefiihlsbetonung zu verleihen.”

“Unsere Zivilisation besteht aus Glaubens- und Überzeugungssystemen, nur Macht und Besitz gäben Sicherheit und würden deshalb mit Sicherheit gleichgesetzt. Der Erfolg für den einen bedeutet aber immer auch Misserfolg für einen anderen, weshalb ein Albtraum unser Leben brandmarkt: "Um in unserer Kultur erfolgreich zu sein, muss man lernen, von Misserfolg zu träumen." Das Ergebnis ist die ständige Angst zu versagen, unzulänglich und verletzlich zu sein. Aber dieses Gefühl muss verleugnet werden, um überhaupt Anerkennung zu bekommen. Denn, wenn wir anerkannt sein wollen, müssen wir stark und sicher erscheinen. Und so durchlaufen wir eine Metamorphose ... und verwandeln uns in Wesen, die völlig im Bann des Bedürfnisses nach Anerkennung stehen.”

“Es stellen sich demnach die Fragen, wo die Grenzen wa-rum gezogen werden, wodurch die Mitgliedschaft im patriarchalen, weiß-dominierten Kapitalismus attraktiv wird und auf welche Weise die Begrenztheit und Perspektivität angenommen, kritisch reflektiert oder ignoriert werden.”

“So herrscht auch im universitären Kontext der Mythos, akademische Leistung entstehe durch Konkurrenz; das heißt durch die Trennung von der eigenen Ganzheit und von anderen Menschen. Hier kann ein erstes Mal die scheinbar innere Pflicht eines Menschen gelesen werden, innere Anteile aus dem Leben auszuschließen, um gesellschaftlichen Wert zu erhalten.”

“In unserer Zeit gibt es eine Vielzahl von technologischen Möglichkeiten, den Körper in eine gesellschaftlich ideale Form zu bringen, wenn die Technologien auf die patriar-chalen Ziele des Kapitals ausgerichtet werden.”