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Kapitalismus Quotes

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Kapitalismus Quotes

“Im Kapitalismus wie im Kommunismus läuft alles (...) auf eine falsche Vorstellung hinaus, die wir vor vierzig Jahren beinahe überwunden hätten: auf den Trugschluss, ein Leben ohne Armut sei kein Recht, auf das alle Menschen Anspruch hätten, sondern ein Privileg, für das man arbeiten müsse.”

“Prostitution ist Sexualität, die den Bedingungen des Marktes und damit der Nachfrage und den Kundenwünschen unterliegt. Ja, vielleicht gibt es Frauen, die einzelne Kunden oder Praktiken nicht machen müssen. Aber dann verdienen sie auch kein Geld. Der Markt bestimmt, was angeboten wird. Die Frau kann sich dem anpassen oder leer ausgehen: Bietet sie französisch ohne Gummi an oder nicht? Zungenküsse ja oder nein? Anal ja oder eher nicht? Je nachdem wie sie sich entscheidet, verdient sie mehr oder weniger. Irgendeinen Freier wird sie machen müssen und irgendeine Anpassung an die Kundenwünsche hinsichtlich der Praktiken wird stattfinden müssen. Freie Sexualität findet in der Prostitution nicht statt.”

“Und ist es nicht ein wenig heuchlerisch jemanden „Ruhe in Frieden“ zu wünschen und dann die Bestattung in Überfluss und Opulenz zu veranstalten?”

“Die Europäer sind nicht zu Sklavenhändlern geworden, weil sie Rassisten waren. Andersherum wird ein Schuh draus. Sie wurden Rassisten um Menschen für ihren eigenen Profit versklaven zu können. Sie brauchten eine ideologische Untermauerung, eine moralische Legitimierung ihrer weltweiten Plünderungsindustrie.”

“Die freie Marktwirtschaft ist ein veralteter, schmuddeliger und ungepflegter Zauberkasten, dessen Hauptmanko schon jedem Kind klar ist. Sehen Sie nur, wie viele Erwachsene immer noch atemlos vor Lust seinen Versprechungen erliegen – obwohl sie ihre gesamte Intelligenz aufbieten müssen, um ausreichend Staub um diese eine glasklare Wahrheit aufzuwirbeln; dass ohne Tricks und Wertverfall, ohne Erpressung, Manipulation, Betrug und unverhohlenen Diebstahl der Profit einfach nicht kontinuierlich wachsen will.”

“Das, was der Begriff des "Kapitalismus" leisten sollte, war sehr viel - mehr sogar als die übrigen "Querschnitte". Man wollte mit ihm nicht bloß das "Wesen" der Erscheinungen darstellen, das jenseits der historischen Einzelerscheinungen liege und um das sich der Nationalökonom hauptsachlich zu bemühen habe. Das wollte man mit den übrigen Querschnitten - wie Stadtwirtschaft oder Hauswirtschaft - auch. Vielmehr sah und sieht man im Kapitalismus zugleich die wirkende Substanz der modernen Wirtschaft. Die einzelnen Erscheinungen - etwa die Zerstörung alter Handwerkszweige, die Bildung von Kartellen, die Ausdehnung des Welthandels, die Umgestaltung der sozialen Struktur der Länder - werden als Taten eines realen Wesens, eben des Kapitalismus, seine Krisis als ein Verfall dieses Wesens angesehen. Marx und seine Schüler haben in besonderem Maße dahin gewirkt, diese Denkform zu verbreiten. Bei vielen Marx-Schülern und bei anderen Schriftstellern wird der Kapitalismus sogar zur personifizierten Substanz oder zur Person. Es wird berichtet, was der Kapitalismus in Europa und sonstwo vollbracht habe, daß er sein Zerstorungswerk auf der Erde fortsetzen werde, daß der Hochkapitalismus in einem eigentümlichen Rhythmus von Aufstieg und Niedergang gelebt habe und daß er ruhiger, gesetzter, vernünftiger werde, wie es seinem zunehmenden Alter entspreche, daß er aber noch immer Vorräte von Waren zerstore oder Arbeiter ausbeute. Das mogen manchmal nur Eigenheiten der sprachlichen Formulierung sein; meist ist es mehr: den Kapitalismus als gestaltende Substanz oder als reales, lebendes Wesen aufzufassen, ist üblich geworden. Die Masse der Menschen liebt es im übrigen, in solchen Kategorien zu denken und ihnen noch eine besondere Gefiihlsbetonung zu verleihen.”

“Unsere Zivilisation besteht aus Glaubens- und Überzeugungssystemen, nur Macht und Besitz gäben Sicherheit und würden deshalb mit Sicherheit gleichgesetzt. Der Erfolg für den einen bedeutet aber immer auch Misserfolg für einen anderen, weshalb ein Albtraum unser Leben brandmarkt: "Um in unserer Kultur erfolgreich zu sein, muss man lernen, von Misserfolg zu träumen." Das Ergebnis ist die ständige Angst zu versagen, unzulänglich und verletzlich zu sein. Aber dieses Gefühl muss verleugnet werden, um überhaupt Anerkennung zu bekommen. Denn, wenn wir anerkannt sein wollen, müssen wir stark und sicher erscheinen. Und so durchlaufen wir eine Metamorphose ... und verwandeln uns in Wesen, die völlig im Bann des Bedürfnisses nach Anerkennung stehen.”

“Es stellen sich demnach die Fragen, wo die Grenzen wa-rum gezogen werden, wodurch die Mitgliedschaft im patriarchalen, weiß-dominierten Kapitalismus attraktiv wird und auf welche Weise die Begrenztheit und Perspektivität angenommen, kritisch reflektiert oder ignoriert werden.”

“So herrscht auch im universitären Kontext der Mythos, akademische Leistung entstehe durch Konkurrenz; das heißt durch die Trennung von der eigenen Ganzheit und von anderen Menschen. Hier kann ein erstes Mal die scheinbar innere Pflicht eines Menschen gelesen werden, innere Anteile aus dem Leben auszuschließen, um gesellschaftlichen Wert zu erhalten.”

“In unserer Zeit gibt es eine Vielzahl von technologischen Möglichkeiten, den Körper in eine gesellschaftlich ideale Form zu bringen, wenn die Technologien auf die patriar-chalen Ziele des Kapitals ausgerichtet werden.”

“Dies führt zu der Frage, welcher Pol gewählt wird: Freiheit oder Bindung? Es könnte auf den ersten Blick schei-nen, dass der Pol der Freiheit gewählt wird. Wird der Bindungsbegriff als der Wunsch, Teil des Systems zu bleiben, interpretiert und mit Hans Gedanken der Instrumentalisierung der Freiheit für die Fortpflanzung des Kapitals ver-knüpft, so scheint die Wahl unbewusst auf die Abhängigkeit zu fallen ¬– damit wird die Integrität und Selbstentfal-tung (aber nicht die idealkonforme Ich-Entfaltung) aufge-geben.”

“Während ich das schreibe, läßt nebenan im Werbefernsehen das Kapital seine heiligen Kühe steuerbegünstigt aufmarschieren, denen durch revolutionäre Gewalt versagt ist, am eigenen Leib zu erfahren, daß die Endlösung des Konsumproblems für den Kapitalismus im Ernstfall immer die Wegrationalisierung der Konsumenten ist; und man muß weder Kommunist noch Mitglied des Club of Rome sein, um zu prophezeihen, daß auch diese Gespenster ihrer natürlichen Bestimmung nicht entgehen werden.”

“Tatsächlich macht uns das Konzept des Kapitalismus, mit dem wir momentan leben, das Umdenken mehr als schwer. Fast schon im Sekundentakt wird uns von allen Seiten ins Unterbewusstsein geflüstert, nicht genug zu sein, denn nur so sind wir auch brave Käufer. Wenn du mir nicht glaubst, dann beobachte doch mal einen Tag lang ganz aufmerksam, was du auf Werbeplakaten, im Fernsehen, in der Zeitung, auf Social Media, im Radio und Co. erzählt bekommst. Fühlst du dich, nachdem du Zeit auf deinem Handy verbracht hast, besser oder schlechter? Hast du möglicherweise sogar das Bedürfnis, etwas zu kaufen, damit dieses Gefühl wieder besser wird?”