Quotessence
Home / Authors / Nicole Gozdek

Nicole Gozdek Quotes

Author

Filter quotes by topic

Famous Nicole Gozdek Quotes

“Unerwartet fuhr ihm der Wind ins Gesicht. Farisios Augen brannten. Es fühlte sich für ihn wie ein Schlag an. Der Wind forderte seine Aufmerksamkeit und entlockte ihm ein Seufzen. Natürlich hätte es auch ein Nachkomme von Wirilat sein können, der voller Übermut seine Windmagie an ihm erprobte, doch Farisio glaubte das nicht. Dann hätte er nicht dieses leise Wispern vernommen: Hör zu!”

“Farisio musterte kritisch sein frisch gewaschenes Gesicht in der spiegelnden Wasserfläche. Er hatte scharf geschnittene Gesichtszüge, die man als schön bezeichnen konnte, helle, ausdrucksstarke Augen, eine schmale Nase und volle Lippen. Man sah ihm an, dass er noch keine sechsundzwanzig Jahre alt war. Doch wenn er eine richtige Arbeit haben wollte und nicht nur eine unterbezahlte Lehrstelle, dann würde alles davon abhängen, dass ihn die Leute für volljährig hielten. Seufzend schloss er für einen Moment die Augen. Die Wahrheit war, dass er mit gerade mal zwanzig Jahren sogar für eine Lehre noch zu jung war. Lehrlinge begannen in der Regel mit zweiundzwanzig oder dreiundzwanzig Jahren ein Handwerk zu erlernen.”

“»Ich will mein Leben zurück!«, wehrte ich mich. »Das versteht Ihr einfach nicht! Seid Ihr schon einmal eines Morgens aufgewacht und alles war falsch? Oh, Ihr wart zwar noch am gleichen Ort und mit denselben Personen zusammen, aber der Ort und die Menschen waren plötzlich andere und niemand außer Euch bemerkte das?« (Anderta Passario)”

“Wie betäubt wankte ich Londurs hinterher, der nun zum Schuppen vorausging. Und tatsächlich stand dort unser Planwagen, von dem ich mir sicher gewesen war, dass er in Xorlis sein musste. Ich war also … verrückt? Du bist nicht verrückt, versicherte mir die Stimme in meinem Kopf. Mit dir ist alles in Ordnung.”

“Ich spürte, wie jemand hinter mich trat, und lächelte, als ich Londurs’ vertraute Präsenz erkannte. »Und? Wie ist es gelaufen?« Ich drehte mich zu meinem Partner um, während mein Herz etwas schneller schlug. Wie immer brachte sein Anblick meinen Atem zum Stocken. Londurs war Kraft, Sexappeal, Verführung und Gefahr in einem. Genau die Mischung, auf die ich stand. »Großartig!«, antwortete ich und lachte, als er mich in seine Arme nahm und herumwirbelte. »Ich habe gerade unser erstes Opfer gefunden!«”

“»Sie haben sie umgebracht! Aber … aber wieso?« Er starrte den Hausbewohner an, und dieser starrte beinahe hasserfüllt zurück. »Ich habe genug von euch verfluchten Suchern! Jede Woche steht einer von euch vor meiner Tür, auf der Suche nach dem grünen Haus mit den Blumen an den Wänden, weil er nur hier seine Prophezeiung erfüllen kann. Ich habe es satt, zu jeder Tages- und Nachtzeit von einem von euch aus dem Bett geklingelt zu werden, euch auf meinem Grundstück herumlungern zu sehen, während ihr euch verhaltet, als hättet ihr jedes Recht hier zu sein, als wäre es euer verfluchtes Heim statt meins! Mir reichts! Morgen lass ich es weiß streichen!«”

“Er griff sich an den Kopf, während Schmerzen seinen Körper schüttelten. Was war mit ihm los? Warum wirkte das Medikament nicht? Plötzlich bemerkte er, dass das Questen-Zeichen auf seiner Stirn brannte. Seine Beine verkrampften sich, schienen ihn zu drängen, sich endlich zu bewegen. Zacharias begriff, dass er eine entscheidende Sache vergessen hatte: Sucher gingen während ihrer Queste nicht nach Hause, nicht weil sie das nicht wollten, sondern weil sie es nicht konnten.”

“Junge, sei nicht so naiv! Denkst du denn, die anderen würden nicht bei ihren Aufgaben betrügen? Jeder wird zum Betrüger, wenn er verzweifelt ist. Du bist jung und stehst vermutlich noch am Anfang deiner Queste. Natürlich willst du alles richtig machen, deine Bürgerpflicht erfüllen, unsere Gesellschaft beschützen und was weiß ich. Aber am Ende geht es nur noch um unser eigenes Leben und darum, dass einige Prophezeiungen leichter zu erfüllen sind als andere. Das System ist ungerecht. Und wenn man das erst mal erkannt hat, dann ist es doch völlig verständlich, dass man für etwas mehr … Gerechtigkeit sorgen will. Warum soll ich keine Chance haben, in mein Leben zurückzukehren? Warum soll ich den Preis bezahlen und alles verlieren, wenn andere das nicht tun? Angeblich sind wir doch alle gleich, jeder hat die gleichen Chancen, ausgewählt zu werden und seine Bürgerpflicht zu tun. Aber wie soll das gehen, wenn die Prophezeiungen selbst nicht gerecht sind und einige benachteiligen?”

“Er nickte und folgte dem Mädchen … seiner Verlobten … das war absolut surreal! So langsam begann er zu begreifen, was das bedeutete. Wenn sie verlobt waren, also fast schon verheiratet, dann waren Niliana und er ein Paar. Das war doch verrückt! Sie kannten sich kaum! Und das nur, weil er sie vor drei Tagen zufällig ausgesucht und entführt hatte!”

“Warum haben wir die Freiheit, uns zu verlieben, aber nur wenn der Partner bitteschön einer anderen Rasse angehört? Oder dieselben kreativen Neigungen hat? Ist das nicht verrückt? Warum kann eine Muse der Literatur keinen Spitzenkoch inspirieren? Warum muss eine Muse der Kunst unbedingt einen Maler kennenlernen? Wo bleibt da unsere Freiheit, unser Mitbestimmungsrecht? Kreativität bedeutet, außerhalb der Box, außerhalb der Regeln und Konventionen zu denken und etwas Neues zu erschaffen.”

“Sie wand sich und er versuchte sie zu halten, nicht aus seinem Griff zu entlassen. Etwas traf ihn in die Seite, etwas Hartes, das leise knisterte, aber bevor er sich dazu Gedanken machen konnte, schoss ein Schmerz durch seinen Körper wie ein Schock. Jay stieß einen Fluch aus, sah aus dem Augenwinkel Funken aufblitzen, als die Muse ihn erneut angriff. Auch der zweite Stromstoß hinterließ eine Spur aus Schmerzen und verkrampfenden Muskeln. Er biss sich auf die Lippe, um nicht zu schreien. Unwillkürlich ließ er nach dem Überraschungsangriff das Tuch mit dem Chloroform fallen und packte mit der anderen Hand wieder nach der Muse, die aufschrie, als auch sie die elektrischen Funken abbekam. Jede Bewegung war eine Agonie, als er gegen die Muse kämpfte, die sich jetzt in eine kleine Wildkatze zu verwandeln schien, die sich mit aller Kraft wehrte.”

“Kinder sind wie Tiere. Sie folgen ihren Instinkten, ohne Sinn und Verstand. Sie haben kein Bewusstsein ihrer Taten. Wie gut dressiere Tiere ahmen sie die Taten anderer nach, wiederholen die Wörter und Regeln, die man ihnen vorbetet, ohne sie wirklich zu begreifen. In ihren Instinkten unterscheiden sie sich nicht voneinander. Sie zu benennen ist daher wider ihre Natur. (Tamberian Bork Elluren)”

“»Nein«, entgegnet Friedrich jedoch überraschend. »Sie sind nicht wie wir – jedenfalls noch nicht. Erst wenn sich eine Redewendung oder ein Sprichwort bei mehreren Generationen im Sprachgebrauch fest etabliert hat, wird ein Neologismus zum Lebenden Sprichwort und damit ebenfalls unsterblich. Und durch die Modewellen heutzutage sind solche Sprachneuschöpfungen schnell auch wieder unmodern. Ich tröste mich immer mit dem Gedanken, dass sich die vier eines Tages vielleicht einfach mit einem Puff wieder in Luft auflösen. Hach, wäre das schön!«”

“Doch erst als Zacharias drei Schritte vor und an seinem hünenhaften Vordermann vorbeitrat, erkannte er die Ursache für ihre Angst. Allerdings sah das Orakel in Zacharias’ Augen nicht im Geringsten furchteinflößend aus, nur ungewohnt. Die Magischen besaßen eine andere Knochenstruktur als sie, sodass leicht der Eindruck entstehen konnte, etwas wäre mit ihren Gesichtern und Körpern nicht richtig. Ihre hellen Augen leuchteten, wenn sie Magie wirkten. Irritierend empfanden die meisten auch das Fehlen jeglicher Augenbrauen, während die übrige Körperbehaarung mit der der Menschen identisch war. Trotz aller Ähnlichkeiten war eine Verwechselung beider Rassen ausgeschlossen. Zusätzlich zu ihrer Fähigkeit, Magie zu wirken, hatten die Magischen eine Lebenserwartung von mehreren Tausend Jahren.”