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Inspired - Magie der Muse

Book by Nicole Gozdek · 19 quotes · Muse, Magie, Jay

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Inspired - Magie der Muse Quotes

“Es war seine Geschichte. Er schrieb sie weder mit einem Bleistift oder Kugelschreiber auf Papier, noch tippte er sie mit seinen Fingern auf einer Tastatur oder diktierte sie in ein Aufnahmegerät. Er selbst war der Stift, die Umgebung um sie herum das Papier, das er nach Belieben füllte. Er kontrollierte die Geschichte und die Figuren, so als wäre die Realität nur Fiktion.”

“Wie festgefroren starrte Niliana auf den Pistolenlauf, der auf ihr Gesicht gerichtet war. Gleich würde sie sterben. Sie hatte noch nicht einmal Angst. Warum hatte sie keine Angst? Es war so surreal. Als hätte die Göttin ihr Gefühl für Realität zerstört. Als könnte sie nicht wirklich sterben, weil dies nur eine Geschichte war. Eine Geschichte, in der die Guten glücklich weiterlebten und die Bösen bestraft wurden.”

“Im nächsten Moment spürte er, wie etwas Schweres in seine Seite krachte und ihn zu Boden riss. Er landete unsanft auf dem Boden, sodass ihm kurz die Luft wegblieb, und ächzte. Was war geschehen? Hatte ihn ein Zug erwischt? Sein ganzer Körper schmerzte und seine Brust brannte, als hätte er sich ein paar Rippen gebrochen. Mühsam drehte er den Kopf und blickte in das Antlitz eines schwarzen Monsters, das ihn mit geblecktem Maul drohend anknurrte. Geifer lief ihm von den langen, gefährlich aussehenden Reißzähnen, die immer näher kamen. Und Jay begriff, dass Mordlust in den finsteren Augen des Untiers glänzte.”

“Auch wenn Niliana ihm erzählt hatte, dass ihre Magie so nicht funktionierte, sondern nur auf Literatur angewendet werden konnte, so wusste er es instinktiv besser. Er hatte die Magie gespürt, die Inspiration, die aus seiner Not entstanden war und die die Basis für seinen ersten Thriller gelegt hatte. Er musste sie lediglich wieder auf ihre Situation anwenden, sich vorstellen, sie wären die Figuren seines neuesten Thrillers, bei dem es ein Happy End geben sollte.”

“Sie hatte genug Trübsal geblasen! Wenn sie nicht wollte, dass ihre Zukunft den Bach herunterging, dann musste sie das Problem selbst angehen. Ihr Vater konnte als Gouverneur zwar dafür sorgen, dass sie ihren Entführer nie wieder sehen musste, aber das reichte ihr nicht. Er würde dennoch für immer ihr Bündnispartner sein und die Tatsache, dass sie ohne ihn, ohne seine regelmäßige Berührung, noch nicht einmal das kleinste Fitzelchen ihrer Kräfte nutzen konnte, war mehr, als sie ertragen konnte. Sie wollte ihre Kreativität und ihre Freiheit zurück!”

“Warum durften nur die Partner der Musen von ihren Kräften profitieren und den Ruhm und Erfolg für etwas ernten, das sie ohne ihre Bündnisgefährten und ohne deren schöpferische Verbindung zur göttlichen Inspiration niemals geschafft hätten? Warum erkannten die anderen Musen nicht, wie ungerecht ihre gesamte Existenz war, dass sie stets von jemand anderem abhängig blieben, egal was sie auch taten? Stattdessen sprachen sie von symbiotischen Beziehungen, gegenseitiger Befruchtung von Ideen, einer kreativen Einheit, einer gesegneten Partnerschaft und was ihnen noch alles einfiel, um zu überspielen, dass sie immer doch nur die namenlosen Musen von bekannten Künstlern bleiben würden.”

“Wie hatte sie nur so unvorsichtig sein können? Das Musenbündnis, bei dem die Magie einer Muse sich zum ersten Mal voll entfaltete, galt als heilig, als von der großen Schöpferin gesegnet. Sie hatte gedacht, das würde bedeuten, dass man eine offizielle Zeremonie abhalten musste, eine Priesterin den Bund bestätigte und dass man sie nicht dazu zwingen konnte, ein Bündnis einzugehen. Doch das entpuppte sich nun als Irrtum.”

“Was hatte er sich vorgestellt, wie es sein würde, wenn die Muse ihm half? Nichts Konkretes, wenn er ehrlich war. Er wusste nur, dass es funktionierte, aber das Gefühl … dieses herrliche Gefühl der reinen Inspiration, es glich einem strömenden Fluss, der ihn mit sich trug, ihn jede Welle nehmen ließ, ohne unterzugehen. Ja, das brauchte er, die Magie einer weiteren Muse.”

“»Hör zu«, sagte sie beschwichtigend, während ihre Gedanken rasten. Mit Sicherheit würde er wütend werden, wenn sie ihm erklärt hatte, warum sein Plan nicht funktionieren konnte. »Ich weiß nicht, wozu du meine Kräfte benötigst, aber es wird nicht klappen. So wirken unsere Kräfte nicht. Jede Muse hat eine spezielle Begabung, also zum Beispiel Poesie, Literatur, Musik, Kochen, Schauspiel. Einige wenige Musen haben sogar zwei Spezialitäten, aber immer dienen sie dazu, die Künste zu fördern. Immer! Es gibt keine Muse für Verbrechen!«”

“In diesem Moment hatte sich Brutus wieder aufgerappelt und schüttelte wild den Kopf. Ein Grollen, wie sie es nie zuvor gehört hatte, stieg aus seiner Kehle empor. Sein Blick richtete sich auf den Teufel und dann passierte etwas. Sie hatte schon häufig gesehen, wie ihr Freund die Helligkeit aus seiner Umgebung zu schlucken schien und eine Art Nebel oder Dunst um sich herum verbreitete, doch das, was er jetzt verströmte, war eine brennende Dunkelheit. Schwarz wie die Nacht und mit dunkelroten Funken in ihr züngelte sie voran und dehnte sich immer weiter aus. Was geschah hier?”

“Die Kreatur vor ihr hätte einem Horrorfilm entsprungen sein können. Von pechschwarzer Gestalt erweckte sie den Eindruck, das Sonnenlicht zu schlucken und einen unnatürlichen Nebel um sich herum zu verbreiten. Sie erhob sich zwar nur knapp fünf Fuß vor ihr in die Höhe, doch aus dem Kopf traten noch zwei spitze Hörner aus, sodass sie insgesamt größer als Niliana war. Geifer lief ihr über die langen Reißzähne, die ihr aus dem leicht geöffneten Maul ragten, und ein bedrohlich klingendes Knurren ertönte. Niliana sah die schwarzen Augen des Dämonenwesens kurz rötlich funkeln und dann ihre normale Farbe annehmen, was bedeutete, dass der Höllenhund sein Ziel gesucht und gefunden hatte: sie.”

“»Wen nennst du hier Kätzchen?« »Na, dich! Kratzbürstig genug bist du dafür ja und du kämpfst auch wie eines.« Sein Lachen hallte durch den Gang und die Demütigung drückte schwer auf ihr Gemüt. »Zeig mir gefälligst ein bisschen Respekt!«, zischte sie drohend. »Sonst …« »Sonst was?« Das hatte sie sich auch gerade gefragt. Schlimm genug, dass sie sich hilflos und schwach fühlte – die Wirkung des Betäubungsmittels ließ nur langsam nach, ihre Glieder schienen immer noch mit Blei gefüllt zu sein –, doch dann verlor sie auch noch das Wortduell gegen diesen Verbrecher! Welch eine Schmach für eine Muse der Literatur!”

“Er nickte und folgte dem Mädchen … seiner Verlobten … das war absolut surreal! So langsam begann er zu begreifen, was das bedeutete. Wenn sie verlobt waren, also fast schon verheiratet, dann waren Niliana und er ein Paar. Das war doch verrückt! Sie kannten sich kaum! Und das nur, weil er sie vor drei Tagen zufällig ausgesucht und entführt hatte!”

“Warum haben wir die Freiheit, uns zu verlieben, aber nur wenn der Partner bitteschön einer anderen Rasse angehört? Oder dieselben kreativen Neigungen hat? Ist das nicht verrückt? Warum kann eine Muse der Literatur keinen Spitzenkoch inspirieren? Warum muss eine Muse der Kunst unbedingt einen Maler kennenlernen? Wo bleibt da unsere Freiheit, unser Mitbestimmungsrecht? Kreativität bedeutet, außerhalb der Box, außerhalb der Regeln und Konventionen zu denken und etwas Neues zu erschaffen.”

“Sie wand sich und er versuchte sie zu halten, nicht aus seinem Griff zu entlassen. Etwas traf ihn in die Seite, etwas Hartes, das leise knisterte, aber bevor er sich dazu Gedanken machen konnte, schoss ein Schmerz durch seinen Körper wie ein Schock. Jay stieß einen Fluch aus, sah aus dem Augenwinkel Funken aufblitzen, als die Muse ihn erneut angriff. Auch der zweite Stromstoß hinterließ eine Spur aus Schmerzen und verkrampfenden Muskeln. Er biss sich auf die Lippe, um nicht zu schreien. Unwillkürlich ließ er nach dem Überraschungsangriff das Tuch mit dem Chloroform fallen und packte mit der anderen Hand wieder nach der Muse, die aufschrie, als auch sie die elektrischen Funken abbekam. Jede Bewegung war eine Agonie, als er gegen die Muse kämpfte, die sich jetzt in eine kleine Wildkatze zu verwandeln schien, die sich mit aller Kraft wehrte.”