Quotessence
Home / Authors / Nicole Gozdek

Nicole Gozdek Quotes

Author

Filter quotes by topic

Famous Nicole Gozdek Quotes

“Verwirrt hielt er still. Sie kam ihm vertraut vor, als würde er sie schon lange kennen. Instinktiv wusste er, dass er ihr vertrauen konnte, dass sie ihm mit ihrer Magie helfen wollte. Ihr Zauber schlüpfte unter seinen Schilden hindurch, als seien sie gar nicht da, als seien sie nicht dazu gemacht, Porelle aufzuhalten. Warum kam sie ihm so bekannt vor? Hatten die Götter sie möglicherweise als seine wahre Liebe vorgesehen?”

“Viele behaupten ja gerne, dass Menschen, die tierlieb sind, keine schlechten Menschen sein können. Vermutlich bilden sie sich ein, dass Tiere einen siebten Sinn für das angeborene Böse haben oder einen ähnlichen Blödsinn. Ich hätte ihre Theorie im Handumdrehen widerlegen können, aber leider sieht oder hört mich ja keiner von ihnen. Ihr müsst nämlich wissen, Tiere lieben mich.”

“Ja, es gibt noch andere wie mich. Nun ja, vielleicht nicht genau so wie mich – es gibt nur einen Murphy -, aber ihr versteht schon, was ich meine. Von vielen habt ihr sicher schon gehört: Aller guten Dinge sind drei. Alter geht vor Schönheit. Blut ist dicker als Wasser. Morgenstund hat Gold im Mund – das hat sie wirklich. Alle Zähne sind aus reinem Gold und selbst die Zunge ist goldfarben. Es sieht unheimlich aus.”

“Ich merke, dass meine Gedanken abgeschweift sind, als ich nach einer Weile die Präsenz eines anderen Unsterblichen spüre, der in einiger Entfernung durch die Gegend schlendert. Hochgeschreckt starre ich erst auf die Uhr, fluche, weil es mittlerweile schon nach elf ist, und drehe mich dann um. Es ist das Schleimmonster. Natürlich gibt es keine Sprichwörter über Schleimmonster! Idioten!”

“Einen größeren Betrug als all die Märchen um Liebe gibt es nicht. Liebe ist gefährlich. Liebe ist blind. Liebe ist unbesiegbar. Nur trifft sie leider häufig nicht die Richtigen, da Liebe unter Geschmacksverirrungen leidet und ein Handicap hat, wie man es heutzutage wohl höflich umschreibt. So sieht es aus. Die Tussi, die für euer Liebesglück zuständig ist, hat eine so verdammt miese Erfolgsquote, dass ihr von jedem anderen euer Geld zurückverlangen oder ihn verklagen würdet.”

“Alles wird gut. Zeit heilt alle Wunden. Schlaf ist die beste Medizin. So ein Quatsch! Nichts davon stimmt. Die drei sind lediglich Betrüger mit einer super Propaganda. Wer ihre Sprüche und angeblichen Lebensweisheiten glaubt, ist meiner Meinung nach selbst schuld!”

“Meine Unglücksmagie ist unruhig und will endlich wieder freigelassen werden. Ich tue ihr den Gefallen. Wie im Zeitraffer scheinen sich Holzwürmer durch das Regal neben dem Steinofen zu fressen und knabbern erst Muster in die Holzscheite, entzünden dann die Zweige und dürren Äste einen nach dem anderen wie Kerzen und lösen anschließend die Bretter in Luft auf.”

“»Hast du das hier schon mal gesehen?« Morpheus deutet auf das nachgiebige rote Zeug, das mich fast umgebracht hat. Friedrich betrachtet es einen Moment lang ratlos, dann geht ihm ein Licht auf. »Das ist Wackelpudding!« Er steckt ein kleines bisschen von der Masse in seinen Mund, was echt eklig ist, wenn man bedenkt, wo sich das Zeug vor Kurzem noch befunden hat. »Himbeere«, stellt er fachkundig fest.”

“Hören Sie, Iani, ich weiß, wir hatten einen schlechten Start und ich entschuldige mich, falls ich Sie unbeabsichtigt beleidigt haben sollte. Aber ich benötige Ihre Hilfe bei meiner Queste und ich akzeptiere kein Nein. Nennen Sie mir Ihren Preis! In den letzten Tagen ist so viel Mist passiert, mir wurden so viele Steine in den Weg gelegt, alles scheint wie verflucht zu sein und verhindern zu wollen, dass ich meine Prophezeiung erfülle. Zugegeben, ich dachte kurz daran, nach einer Lösung zu suchen, wie man die Prophezeiung aufheben kann, aber ich weiß, das ist nicht der richtige Weg. Das ist meine Prophezeiung, ich wurde auserwählt, um sie zu erfüllen, und das werde ich verflucht noch mal auch! Egal wer mir im Weg steht und es verhindern will! Ich nehme mein Schicksal ab sofort in meine eigenen Hände – und Sie werden mir dabei helfen!”

“»Gehen wir doch in diesen Film«, meinte sie schließlich einlenkend und deutete auf das Plakat, das eine Geschichte mit Helden und Magischen versprach. Vermutlich hatte sie sich eine historische Nacherzählung erhofft, doch als er mit Getränken und Röstnüssen zurück zu ihren Plätzen kam, während die ersten Sekunden des Films bereits liefen, stellte Zacharias rasch fest, dass dies nicht der Fall war. Von dem erwähnten Ort hatte er noch nie etwas gehört und er kannte die Geschichte des Krieges von Menschen und Magischen vorwärts wie rückwärts. Auch bemerkte er verdächtig viele Personen, deren Augen hell aufleuchteten, wenn er ihren Blicken im Dunkeln begegnete. Erst dann entdeckte er die Siegel-Armreifen aus Eisen an ihren Handgelenken, ohne die die Magischen nicht unter den Menschen leben durften.”

“»Was genau suchen wir denn?«, erkundigte er sich vorsichtig und mit der angemessenen Demut in der Stimme. Er hatte sich das Vieh nicht genau angesehen, bevor er es weggeschleudert hatte. »Eine Raupe. Ich muss sie an einen bestimmten Ort bringen, das ist meine Aufgabe«, erklärte der Auserwählte, während er langsam auf dem Bürgersteig und der Straße hin- und herging, die Augen zu Boden gerichtet. Zum Glück gab es um diese Uhrzeit noch wenig Verkehr, aber es würde nicht mehr lange dauern, bis ein Wagen um die Ecke bog und die Raupe aus der Prophezeiung überfuhr. Mit Grauen und zitternden Händen bewegte Zacharias sich Richtung Kreuzung und beugte sich mit äußerstem Widerwillen vor. Alles in Ordnung, das ist nur ein kleines Tier. Kein Problem.”

“Insgeheim schätzte er sich glücklich, dass das Komitee der Prophezeiungen für Jedermann ihn bisher nicht ausgewählt und das Orakel ihm keine wichtige Aufgabe übertragen hatte. Schließlich war er inzwischen achtzehn Jahre alt und auch sein Name befand sich nun im Lostopf, aus dem das Komitee jeden Tag zweihundert Namen willkürlich zog und die Auserwählten zum Orakel schickte, wo sie vom gefährlichsten Magischen der Welt eine Prophezeiung mitgeteilt und das Symbol auf ihre Stirn bekamen. Es gab genug Momente, in denen er sich für diese Feigheit schämte, ja, er hatte sogar schon Tage erlebt, an denen er sich vorstellte, doch auserwählt zu werden, seine Queste zu schaffen und sich dann der anerkennenden Blicke all der Menschen sicher zu sein, die er liebte und deren Zuspruch er sich so verzweifelt wünschte. Doch er wusste, das würde nie geschehen. Seine Mutter würde nie ein Wort der Anerkennung zu seiner Leistung verlieren. Schließlich bewältigten viele Menschen Tag für Tag ihre Queste ohne jede Mühe. Im Gegenteil, sie setzte sicher voraus, dass er es schaffen würde und dabei im vorgeschriebenen Zeitplan blieb.”

“Welche Aufgabe würde er erfüllen müssen? Würde er eine leichte Prophezeiung bekommen oder eine schwere? War das Orakel wirklich so furchteinflößend, wie er es sich vorstellte? Es musste mindestens vierhundert Jahre alt sein und hatte im Krieg der Magischen gegen die Menschen gekämpft. Es war das letzte überlebende Orakel der Magischen. Hasste es sie deswegen und versuchte es, den Menschen zu schaden? Dass das Orakel launisch sein sollte, war allgemein bekannt. Er konnte nur hoffen, dass er nichts tat oder sagte, womit er sich seinen Zorn zuzog.”

“Er grübelte noch ein wenig über das Rätsel nach, während sie die Festung betraten. Drinnen war es überraschend kühl für einen warmen Sommertag und Zacharias fröstelte. Altertümliche Fackeln an den Wänden der Korridore – ein Anblick, der Zacharias kurzzeitig überraschte – spendeten zwar Licht, aber nur wenig Wärme. Ihre Schritte hallten durch den Gang, prallten von den steinernen Wänden ab, an denen Hunderte, wenn nicht gar Tausende kleine Siegel angebracht waren. Wieder juckte Zacharias’ Haut, wenn auch nicht so stark wie am magischen Schild. Wie mochte es sich wohl für das Orakel anfühlen? Der Gedanke ließ ihn stocken. Beinahe wäre er über seine eigenen Füße gestolpert, als er den Kopf schüttelte. Niemand musste ihm sagen, dass er besser den Mund halten und ihn so schnell wie möglich wieder vergessen sollte, wenn er nicht als Aufrührer und Rebell verhaftet werden wollte.”

“Menschenähnlich, aber gleichzeitig fremd wirkte das Orakel auf Zacharias. Oder er? Plötzlich war sich Zacharias sicher, dass sie einen Mann vor sich hatten, auch wenn der weite Kittel, das kurze Haar und die teils kantigen und dennoch weichen Gesichtszüge die Gestalt auf dem Stuhl androgyn wirken ließen. Blass und kränklich sah sein Gesicht im Fackelschein aus. Wahrscheinlich war es dem Magischen nie vergönnt, das Tageslicht zu sehen. Falten hatten sich um seine Augen und Mundwinkel eingegraben, die glühenden Augen lagen tief in ihren Höhlen. Die Eisenketten an seinen Handgelenken klirrten, als er sich aufrichtete und sie einen nach dem anderen musterte. Das Orakel verzog keine Miene, dennoch konnte jeder im Raum spüren, wie wenig sie hier willkommen waren. Er sah müde aus. Unerwartetes Mitleid überkam Zacharias. Verflucht, Brunhilde hatte recht. Er war einfach zu weich!”

“»Zacharias East!« Die Angst überrollte ihn wie eine schwarze Welle eiskalten Wassers. Wahrscheinlich sah man ihm den Schock an, denn er bewegte sich mit zittrigen Storchenschritten vorwärts, bis er so weit an das Orakel herangetreten war, wie er durfte. Aus der Nähe – jedenfalls sofern man bei fünf Schritten Abstand davon sprechen konnte –, wirkte der Magische noch erschöpfter und Zacharias erinnerte sich daran, dass man ihn zwang, zweihundert Prophezeiungen pro Tag auszusprechen, fünfundzwanzig pro Stunde, acht Stunden hintereinander ohne große Pause. Jeden Tag. Oder hatte er mal Urlaub oder ein freies Wochenende?”

“Zacharias hatte gerade die Recherche beendet und wollte sich eine kleine Stärkung vom Automaten holen, als er bemerkte, dass der Ordnungshüter nicht länger auf seinem Platz stand, sondern Richtung Eingang gegangen war und dort mit dem diensthabenden Mitarbeiter plauderte. Beide starrten zur Glastür und schienen auf etwas zu warten. Worauf, erfuhr Zacharias keine zwei Minuten später, als die Eingangstür aufging und vier weitere Ordnungshüter einen langhaarigen Auserwählten ins Gebäude begleiteten. Oh nein! Zacharias starrte den Mann einen Augenblick ungläubig an. Mit ihm hatte er überhaupt nicht gerechnet. »DU!« Der Mann brüllte und rannte los.”

“Zacharias hatte jedoch nicht bedacht, dass Sonntag war und dass einige Sucher ihre Gewohnheiten beibehalten und ausschlafen könnten. Als er an diesem Morgen zum Frühstück herunterkam, befand sich gleich ein halbes Dutzend anderer Auserwählter im Raum. Darunter auch sein Erzfeind. »Du!« Warum änderte er nicht seinen Namen? Wer brauchte schon Vornamen, wenn »Du« es ebenfalls tat?”

“Emanio und ich sollen was sein? Freunde? Er starrte seine jüngste Schwester einen langen Moment an, bevor er sich wieder fing. »Wie kommst du darauf, dass wir Freunde seien?« Es war absurd. Dabei mochte er den Herzogssohn nicht einmal! In Ordnung, vielleicht mochte er Emanio ein bisschen, seitdem er ihn kennengelernt hatte. Aber Freunde?”

“Sie lächelte, beinahe traurig, und der Anblick versetzte Lerio einen Stich. Es war seine Schuld, dass sich seine Schwester keine Hoffnungen auf eine Ehe erlaubte. Er wusste, was sie über ihn erzählten. Viele hielten sein zerstörtes Auge und die schrecklichen Narben in seinem Gesicht für eine Missbildung oder die Folgen einer Krankheit, also etwas Erbliches, das seine Schwestern und er an ihre Kinder weitergeben konnten. Dabei war es eine Verletzung gewesen, die sein Gesicht und all seine Aussichten auf Glück, auf Liebe und einen Partner zerstört hatte.”

“Inzwischen hatte der launische Wind seine Aufmerksamkeit anderen zugewandt. Er fuhr durch die schweren Stoffbahnen der Marktstände um Farisio herum, brachte die Flaggen und Fähnchen zwischen den Häusern zum Tanzen und die Windspiele an den Gebäuden zum Klingen, erfand mit spielerischer Leichtigkeit eine neue Melodie und gab den Luftschiffen der Wachen über der Stadt Brise einen kleinen Stups. Er erzählte ihnen allen etwas, doch Farisio merkte, dass niemand dem Wind zuhörte. Niemand außer ihm.”

“Das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten. Als er vor dem Eingang zum Treppenhaus stand, summte es ihm schon fröhlich entgegen. Ein Ordnungsstein. Verdammt! Er wusste nicht, ob es überhaupt eine Möglichkeit gab, den Schutz vor Einbrechern zu überlisten, aber er musste es versuchen. Ein paar Meter von der Tür und dem Ordnungsstein entfernt hielt er inne. Mit geschlossenen Augen lauschte er, bis das Summen des Schutzsteins das Einzige war, was er hörte. Es dauerte nicht lange und seine geübten Ohren, die sonst immer dem Wind lauschten, hatten eine Melodie erkannt.”

“»Seht! Dort ist der Schöne!« »Eure Hoheit!« »Schaut hierher, Eure Durchlaucht!« Emanio unterdrückte ein Augenrollen. Er wünschte sich, sie würden aufhören, ihn den Schönen zu nennen, doch er hatte mit seinen Bitten, dies zu unterlassen, nur kurzzeitig Erfolg gehabt. Winkend schenkte er den Bewohnern von Rius ein leichtes Lächeln und ein lautes Kreischen antwortete ihm, als die Menschen nun auf die Kutsche zu drängten.”

“Unwillkürlich musste er schmunzeln, als die kleine Wildkatze, die nicht einmal halb so groß war wie er, jetzt wütend fauchend vor ihm stand und ihm die Leviten las. »Lachst du über mich?« Der Luchs hielt inne und starrte ihn misstrauisch an. Dann fauchte er erneut. »Stumpfkralle! Du solltest ohne Aufsicht nicht im Wald unterwegs sein!« Stumpfkralle? Irgendwie war es niedlich, wie wütend und besorgt sich der Luchs aufführte.”

“Emanio zuckte schuldbewusst zusammen, als er sich an seine Pflichten erinnerte. Die Stunden, die er mit dem Luchs verbracht hatte, waren die glücklichsten seit seiner Verwandlung gewesen. Ihm war es gelungen, alle Sorgen und Gedanken an den Fluch, den Attentäter und die Hexe zu vergessen. Doch seine Feinde verschwanden nicht, nur weil er nicht an sie dachte. Ich bin dumm gewesen. Leichtsinnig.”

“In diesem Moment hatte sich Brutus wieder aufgerappelt und schüttelte wild den Kopf. Ein Grollen, wie sie es nie zuvor gehört hatte, stieg aus seiner Kehle empor. Sein Blick richtete sich auf den Teufel und dann passierte etwas. Sie hatte schon häufig gesehen, wie ihr Freund die Helligkeit aus seiner Umgebung zu schlucken schien und eine Art Nebel oder Dunst um sich herum verbreitete, doch das, was er jetzt verströmte, war eine brennende Dunkelheit. Schwarz wie die Nacht und mit dunkelroten Funken in ihr züngelte sie voran und dehnte sich immer weiter aus. Was geschah hier?”

“Die Kreatur vor ihr hätte einem Horrorfilm entsprungen sein können. Von pechschwarzer Gestalt erweckte sie den Eindruck, das Sonnenlicht zu schlucken und einen unnatürlichen Nebel um sich herum zu verbreiten. Sie erhob sich zwar nur knapp fünf Fuß vor ihr in die Höhe, doch aus dem Kopf traten noch zwei spitze Hörner aus, sodass sie insgesamt größer als Niliana war. Geifer lief ihr über die langen Reißzähne, die ihr aus dem leicht geöffneten Maul ragten, und ein bedrohlich klingendes Knurren ertönte. Niliana sah die schwarzen Augen des Dämonenwesens kurz rötlich funkeln und dann ihre normale Farbe annehmen, was bedeutete, dass der Höllenhund sein Ziel gesucht und gefunden hatte: sie.”

“»Wen nennst du hier Kätzchen?« »Na, dich! Kratzbürstig genug bist du dafür ja und du kämpfst auch wie eines.« Sein Lachen hallte durch den Gang und die Demütigung drückte schwer auf ihr Gemüt. »Zeig mir gefälligst ein bisschen Respekt!«, zischte sie drohend. »Sonst …« »Sonst was?« Das hatte sie sich auch gerade gefragt. Schlimm genug, dass sie sich hilflos und schwach fühlte – die Wirkung des Betäubungsmittels ließ nur langsam nach, ihre Glieder schienen immer noch mit Blei gefüllt zu sein –, doch dann verlor sie auch noch das Wortduell gegen diesen Verbrecher! Welch eine Schmach für eine Muse der Literatur!”