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Prophezeiungen für Jedermann

Book by Nicole Gozdek · 7 quotes · Urban Fantasy, Zacharias, Prophezeiung

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Prophezeiungen für Jedermann Quotes

“»Wo entlang?«, rief Zacharias, während er voranlief. Verflucht, er hatte keine Ahnung, wie der Plan aussah! Und der Plan beinhaltete bestimmt nicht die Magieblocker, die sich ihnen nun in einem gepanzerten und versiegelten Fahrzeug näherten, mit quietschenden Reifen hielten und die Türen öffneten, während sie dahinter Stellung bezogen und ihre Waffen auf sie richteten. »Geh ohne mich! Such dir ein Versteck und warte dort auf mich! Ich folge dir, sobald ich die Magieblocker losgeworden bin«, befahl Iani. »Was? Aber du kannst doch nicht …« »Zacharias, lenk mich nicht ab, sondern tu, was ich dir sage!« Sie hatten zu lange gesprochen. Die Kugeln flogen ihnen um die Ohren und prallten auf den Schutzschild, den Iani hastig errichtet hatte, während die Menschen um sie herum schrien und sich in Sicherheit brachten. Zacharias achtete nicht auf sie, sondern starrte auf die Kugeln, die kurz vor ihren Gesichtern gestoppt worden waren und zu Boden fielen. Doch sie waren aus Eisen, sodass der Schild nach der ersten Welle mit einem hörbaren Klirren brach und Iani sofort einen neuen beschwören musste.”

“»Geben Sie mir Ihre Hand.« Zacharias streckte ihm seine Rechte entgegen und Iani ergriff sie. In diesem Moment durchzuckte ein Stromschlag seinen Körper, nicht schmerzhaft, aber Zacharias fühlte, wie sein Körper bis in die letzte Pore kribbelte. Was beim vermaledeiten Chaos war das? Was war eben geschehen? »War das etwa ein magisch bindender Vertrag?«, keuchte Zacharias entsetzt. Oh, wie hatte er nur so leichtsinnig sein können? Iani zeigte beim Lächeln die Zähne. »Gibt es andere Verträge?«”

“»Ich kann kein Siegel sehen.« »Siegel, pah! Als könnte man die Magie in Ketten legen! Magie benötigt keine Siegel! Im Gegenteil, es ist sogar gefährlich, sie in eine bestimmte Form zu pressen, weil sie sich dann anstauen und explodieren oder andere schlimme Dinge verursachen kann. Was denken Sie, warum haben Sie solche Schmerzen, wenn Sie längere Zeit nicht aktiv bemüht sind, Ihre Prophezeiung zu erfüllen? Nicht wegen der Schicksalsmagie, sondern wegen des Siegels auf Ihrer Stirn! Früher gab es kein Questen-Zeichen und keine Questen-Häuser – der Blödsinn ist von euch Menschen eingeführt worden.« Zacharias lauschte Ianis Erklärung mit einem mulmigen Gefühl. Allmählich begann er zu begreifen, wie anders die Magischen dachten und warum die Ordnungshüter sie als Rebellen betrachteten, wenn sie ihre Meinung äußerten.”

“Doch Iani schwieg und hob stattdessen nur beide Hände. Verschiedenfarbige Lichter stiegen von seinen Handflächen auf, tanzten über den Fingerspitzen und formten sich zu kleinen und dann zu immer größeren phantastischen Wesen. Zacharias hielt inne, wie verzaubert starrte er auf die bunten Figuren. »Dies ist einer der Zauber, die ein Magischer als Erstes lernt«, erklärte Iani, während Zacharias weiter auf die wilde Magie blickte und nicht imstande war, auch nur einen Funken Furcht oder Abscheu zu empfinden. »Licht. So rein, so simpel … aber der Zauber dient nicht der Erfüllung Ihrer Queste. Ich habe ihn allein zu Ihrer Unterhaltung gewoben und um Ihnen etwas zu zeigen. Verstehen Sie, was das bedeutet?«”

“Sie hatte ja recht. Es war albern und ziemlich eingebildet zu denken, dass die Welt sich nur um ihn drehte. Und es ging immerhin um Prophezeiungen, die stärkste Form der wilden Magie. Wenn schon die Siegel ihre Kraft nur begrenzt eindämmen und beeinflussen konnten, wie sollte er dann Einfluss auf die Prophezeiungen anderer Menschen haben? Und Siegel waren kontrollierte Magie, er war lediglich ein Mensch. Er hatte noch weniger Einfluss auf Prophezeiungen als Siegel.”

“Es kostete Zacharias keinerlei Mühe, den Auserwählten zu finden. Es gab nicht viele Erwachsene, die sich um diese Tageszeit zu Hause aufhielten, und der Mann stand mitten auf der Straße, die Hände in die Hüften gestützt, den Blick auf den Boden gerichtet, als wäre er in schwere Grübeleien versunken oder – noch schlimmer – als hätte er sich in diesem Moment entschlossen aufzugeben. Im Näherkommen nahm Zacharias den Mann genauer in Augenschein. Das Symbol auf der Stirn des etwa Vierzigjährigen war trotz seiner Körperhaltung gut zu sehen. Es leuchtete heller als gewöhnlich, ein Zeichen dafür, dass die Magie der Prophezeiung gerade verstärkt Druck auf den Sucher ausübte. Zacharias sah den Mann schwer atmen und beschleunigte seine Schritte. »Kann ich Ihnen helfen?«”

“»Die Mauer! Die Mauer ist direkt vor uns!«, dachte er beklommen und hielt weiter auf den Abschnitt zwischen zwei Eisenpfählen zu, auf die der Pfeil zeigte. Noch immer kam nicht der Befehl zum Anhalten. Er hörte Schreie von den Wachen, ein Alarm schallte durch die Nacht, als die Soldaten nun erkannten, dass sie angegriffen wurden. Schüsse fielen, aber seltsamerweise wurde kein einziger in ihre Richtung abgegeben, obwohl sie eigentlich deutlich von der Mauer aus zu sehen hätten sein müssen. Die Illusions- und Ablenkungszauber wirkten! Noch dreißig Fuß. Zwanzig. Zehn. Und plötzlich waren sie da und Zacharias schloss unwillkürlich die Augen, als der Vorderreifen die Mauer berührte – und ohne Widerstand durch sie hindurchglitt, als wäre auch sie ein Trugbild.”