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Martina Riemer Biography

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“»Es bringt nichts, wenn du in deinem Leben immer nur auf Zehenspitzen herumgehst. Du musst auch etwas riskieren, um etwas zu bekommen. Warum glaubst du, mache ich immer einen Scherz und versuche gut gelaunt zu sein? Eben weil wir nicht viel Zeit haben, weil wir uns nicht den Luxus leisten können, mit unserer Zeit verschwenderisch umzugehen. Und wenn sie schon begrenzt ist, dann sollten wir sie so gut es geht nutzen, Spaß haben und das Beste aus ihr herausholen. Ich habe auch schon zu viele sterben sehen. Aber weißt du, an was ich mich nach all den Jahren am besten erinnern kann, wenn sie schon lange fort sind? An die guten, an die lustigen, an die schönen Dinge. Wenn wir gemeinsam Spaß hatten und Unfug getrieben haben. Das ist es, was wichtig ist und was bleibt. Daher ist das meine Devise: zu leben im Hier und Jetzt – voll und ganz.«”

“»Du musst Elderly für uns ausspionieren. Und Melo ist ein guter Zuhörer, wenn er … na ja, wenn er sich mit Frauen trifft.« Melo wackelt vielsagend mit den Augenbrauen und setzt ein selbstgefälliges Grinsen auf. »Nur eine meiner unzähligen Fähigkeiten, Love.« Mit der freien Hand schlägt Kate ihm auf den Hinterkopf, grinst aber dabei. »Hör auf, Pure anzumachen, sonst reißt dir Sky noch die Eier ab. Wir sind derzeit sowieso schon alle viel zu angespannt.« »Ach komm, er weiß, dass es nur Spaß ist, das mache ich bei jeder, immer. So bin ich nun mal und das weiß er. Nicht wahr, Sky?«, sagt er entrüstet und dreht sich zu Sky um, der hinter ihm steht und Melo so böse anstarrt, dass sogar Pure schlucken muss. Melo zieht den blonden, hübschen Kopf ein. »Okay, vielleicht auch nicht.« (Pure)”

“Grimmig verdrängt sie Slashs Abgang und dreht sich zu ihrem neuen Lehrer um. »War es denn nötig, dass du ihn auf die Palme bringst?« Sein Grinsen wird so breit, dass sie glaubt, seine gesamten Zähne zu sehen. »Ja. Ich muss sagen, es hat mir Spaß gemacht.« Dabei klingt er wie ein kleiner Junge, der gerade über ein neues Spielzeug berichtet, das er gewonnen hat. »Das heißt, ihr zwei könnt euch nicht leiden und du wolltest deine Scherze mit ihm treiben?« Nun blickt er sie empört an. »Aber nein, ich mag Slash. Trotzdem finde ich es witzig, ihn etwas zu erhitzen, wie man so schön sagt. Einmal haben Sky und ich sogar gewettet, wer ihn zuerst zum Ausrasten bringen kann.« Bei seinen Worten lacht er schallend, führt seine Erinnerung aber nicht näher aus. »In der Zwischenzeit haben wir eine Strichliste, um unsere Anzahl hin und wieder zu vergleichen.« »Das ist ein Scherz, oder?« Melo zuckt feixend mit den Schultern. »Er braucht das. Ein wenig Feuer und Aufregung tut unserem Slash ganz gut.«”

“Dabei zwinkert sie mit dem nicht geschwollenen Auge Sky zu, der anerkennend einen Daumen hoch hält. Auch Slash gratuliert ihr zum Sieg und klopft ihr auf die Schulter. Sie muss die Zähne zusammenbeißen, um nicht vor Schmerzen aufzuschreien. Das ist nämlich genau die Stelle, die er vorhin mit der harten Faust getroffen hatte und die morgen aussehen wird wie zerquetschtes Pflaumenmus. »Gut gemacht, Loreen. Das war’s für heute. Du kannst mit Sky gehen. Er wird dir bei den theoretischen Sachen helfen.« Slash wendet sich bereits zu den Waffen, als Sky wieder von seinem Zuschauerplatz hüpft. »Hey Kumpel, du hast gesagt, ich darf ihr auch alles über Pfeil und Bogen beibringen.« »Klar kannst du das. Aber ich bezweifle, dass sie heute noch trainieren kann, geschweige denn einen Bogen oder von mir aus ein Besteck halten. Aber versuch dein Glück.« (Loreen)”

“Er kommt sich wie ein Alkoholiker vor, der nicht versteht, wie er zu einem geworden ist und nun eine Flasche besten Weines vor der Nase hat. Würde der Alkoholiker die Flasche verfluchen und in den Tartaros schicken oder sich ihr ergeben und dabei glücklich vergehen? Denn eines ist für Slash sicher; Loreen wäre für ihn genauso Untergang wie Erlösung. Er weiß, dass sein Verhalten und emotionaler Zustand einfach nur lächerlich sind. Wie lange habe ich sie gekannt – ein paar Tage? Vor vier Jahren? Und trotzdem hat sie ihn in Gedanken nie losgelassen - er kann seine Gefühle nicht ändern. Manchmal zählt wohl nicht die Dauer einer Bekanntschaft, um deren Wert zu messen. (Slash)”

“Damit ist er weg und lässt eine verärgerte Loreen alleine zurück. Schnaubend knallt sie die Tür zu, stellt den Behälter auf das kleine, hölzerne Nachttischchen und schließt den Deckel. Erneut hat sie es zugelassen, dass sie wie ein unwissender Idiot vor ihm steht – verwundbar, kindlich, angreifbar. Und damit hat sie ihm wieder die Zügel zum Führen in die Hand gedrückt, weil sie so fasziniert von der schimmernden Lotion gewesen war. Frauen und Glitzer. Ein tolles Klischee, das sie hier wieder bedient hat. In Zukunft muss sie besser aufpassen, was sie in seiner Gegenwart tut oder sagt, weniger Gefühle zeigen, hart werden – kalt und unnahbar, wie er.”

“„Hallo, Slash.“ Beim Klang ihrer Stimme dreht er sich um. „Hallo, ich komme, um dich ab…“ Als er sie erblickt, lässt er seinen angefangen Satz mitten in der Luft stehen, tritt auf sie zu und stolpert über einen größeren Stein, der im Weg liegt. Bevor er fallen kann, taumelt er ihr entgegen, fängt sich aber gerade noch ab, da Loreen ihn mit beiden Armen halb auffängt und stützt. Mit großen Augen sieht er ihr ins Gesicht, bis er den Blick auf ihre Hände richtet, die auf seinen Unterarmen liegen. „Danke. Das war … peinlich“, gibt er zu. Loreen lässt seine Unterarme frei, schenkt ihm jedoch ein schiefes Lächeln, dass sie sich nicht verkneifen kann. „Ach, nur ein bisschen.”

“Loreen hob ihren Blick, und sah ihm in das Gesicht – direkt in seine dunklen Augen, aus denen goldene Sterne leuchteten. Wunderschön. Er war nur wenige Zentimeter von ihr entfernt und Nervosität machte sich in ihrer Brust breit. Bevor sie ein weiteres Mal blinzeln konnte, überbrückte er auch den letzten kleinen Abstand. Slash beugte sich hinab und seine Lippen berührten flüchtig die ihren. Zuerst war es ein zaghaftes herantasten, eine leichte Berührung, wie zarte Schmetterlingsflügel. So stark sein Körper auch war, muskelbepackt und voller Stolz, bewegte sich sein Mund ganz vorsichtig, als hätte er Angst, Loreen könnte unter ihm zerbrechen.”

“»Ich kann nicht glauben, dass du hier bist. Bist du es wirklich oder träume ich?«, fragt sie und kann es noch immer nicht fassen, in seinen Armen zu sein. »Aua!« Loreen reibt sich empört die rechte Schulter, in die er sie gebissen hat. Slash lächelt, seine Augen strahlen wie Morgensterne. »Damit du weißt, dass du nicht träumst und ich echt bin.« Aufgrund seiner Logik kneift sie die Augen zusammen. »Heißt das, ich soll dich auch zwicken, damit du davon überzeugt bist?« »Nicht nötig. Mein Herz weiß, was echt ist und was nicht«, sagt er andächtig, starrt sie an und senkt seinen Kopf in ihre Halsbeuge, um ihren Duft tief einzuatmen. »Kein Traum kann so wunderbar sein wie du.« (Loreen)”

“Sind das Schneeengel, die sie da nachmacht?" Und dabei dachte ich, Kelsey wäre verrückt. Obwohl Sarah, wie sie sich im Bett wälzte, eigentlich ganz süß aussah – auf die schräge Art. „Oh Gott, ist die knuffig. Darf ich sie behalten, bitte, bitte“, flehte Kelsey neben mir und ihre Augen leuchten, was mich kurz zum Lachen brachte. „Sie ist kein Chihuahua, denn du behalten kannst.“ Kelsey schmollte, was bedeutete, dass sie auf ihre typische Art, die Unterlippe wie ein Kleinkind nach vorne schob. „Aber ich füttere sie auch und bin ganz lieb zu ihr. Versprochen.“ In diesem Moment stoppte Sarah abrupt mit ihren Bewegungen, setzte sich auf die Knie und starrte uns mit roten Wangen an. Zuerst blickte sie zu Kelsey, zu mir und dann wieder zu Kelsey, bevor sie bei mir hängen blieb. „Hat sie etwa gerade gesagt, ich sei ein Hund?“ Ich prustete los und Kelsey zwinkerte Sarah zu. „Eigentlich hat sie gesagt, dass du knuffig bist und sie dich behalten will, worauf ich gemeint habe, du bist kein Chihuahua.“ „Das ist aber auch nicht besser“, gab sie irritiert zurück, und ich zuckte mit den Schultern. „Es gibt aber Schlimmeres." (Johnny)”

“… Das verschlug mir für einen Moment die Sprache, ich hatte nicht gedacht, dass es so schlimm um sie stand. »Das tut mir leid … Kann ich irgendetwas tun?« Nat lächelte schwach. »Hast du das nicht schon? Danke. Hau dich lieber ins Bett. Du musst früh raus. Oder hast du morgen keine Schicht?« Während ich die restliche Soße in einen Behälter füllte und in den Kühlschrank stellte, nickte ich bejahend. »Stimmt, Punkt fünf muss ich dort sein, um bei den Vorbereitungen zu helfen.« Seit ich vor sechs Monaten aus Amerika zurückgekommen war, jobbte ich als Frühstückskellner im Radisson Blu Palais Hotel, direkt am Parkring. Eine feine Adresse in Wien, vollgestopft mit gut betuchten Damen, die gerne zu viel Trinkgeld gaben. Mir konnte das mehr als Recht sein. Nur das Aufstehen war die Hölle. »Du weißt, wie streng meine Chefin ist, da gibt es kein Zuspätkommen.« Bei meinen Worten prustete Nat los: »Ja klar, als ob du sie nicht schon längst um den Finger gewickelt hättest mit deinen tiefblauen Augen«, wobei er das Wort tiefblau mit den Fingern in Anführungszeichen setzte und zu quietschen versuchte, wie es eine Bekannte von uns letzten Samstag auf einer Party getan hatte. Verspielt klimperte ich mit den Wimpern und lehnte mich an die Küchenzeile. Wieder musste Nat schmunzeln, wobei er dieses Mal schluckte, bevor er weiterredete: »Hör auf mit dem Scheiß. Verdammt, wenn ich eine Braut wäre, würde ich auch auf dich stehen. Aber weißt du was?« Nun tippte er mit der leeren Gabel in meine Richtung. »Ich würde nie mit dir ins Bett gehen, weil ich Angst vor Syphilis hätte.« Theatralisch griff ich mir mit der Hand an die Brust und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. »Das tut weh! Dabei wärst du so eine geile Schnitte, mit deinen blonden Locken und braunen Augen. Du brichst mir das Herz.« Endlich erreichte Nats Lächeln auch wieder seine Augen und ich atmete innerlich erleichtert auf, bevor ich weiter blödelte. »Du bräuchtest dir gar keine Sorgen darum zu machen, Schatz. Ich nehme doch immer ein Kondom.« »Zum Glück«, betonte er laut, »für die ganze Stadt, sonst würden drei Viertel der Frauen bereits krank im Spital liegen.« Damit brachte er auch mich zum Lachen. »Du bist ein Idiot.« Anstatt mir eine schnelle Retourkutsche zu verpassen, zwinkerte er mir zu und stopfte sich genüsslich den nächsten Happen in den Mund. »Deshalb ist es auch keine schlechte Idee, wenn du wieder losziehst, um die Frauen anderer Städte zu beglücken, damit unsere in Frieden weiterleben können. Weißt du schon, wann es soweit ist?« Eigentlich hatte ich vorgehabt, spätestens im Herbst aufzubrechen und wieder für einige Zeit in Amerika herumzustreunen. Doch so wie mich Nat jetzt anguckte, wie ein zurückgelassener Welpe, meldete sich mein schlechtes Gewissen. Daher zuckte ich mit den Schultern. »Keine Ahnung. In den nächsten Monaten vielleicht. Warum?« Er fragte nicht grundlos, etwas in seinem Blick machte mich unruhig, aber ich konnte nicht sagen was oder warum. Wir hatten die letzten Wochen schon einige Male darüber geredet. Bisher hatte er noch nie Probleme damit gehabt, dass ich manchmal für drei, vier Monate aus dem Land verschwand. Nat leckte die Gabel ab und stellte das Geschirr in die Spüle. »Nichts. Nur so.« … (Bildquelle: pinterest) ‪”

“Stew: “Du bist so süß, wenn du schlecht gelaunt bist!” Dann machte er Anstalten, mir in die Wangen zu kneifen, wie es alte Tanten gerne taten. Vic: “Fass mich an und ich beiß dir die Hand ab.” Er überlegte es sich im letzten Moment anders und tätschelte mir stattdessen die Schulter. “Wie ich eben sagte, zuckersüß – wie ein Rotweiler.”

“Ich verpasste ihm, wie vorhin Aimee mir, einen Tritt unter dem Tisch. “Stew!” Er schmollte einen Moment, bevor er seine Stimme wiederfand: “Mensch, warum wird man bei euch immer verprügelt?” Aimee verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn mit hochgehobenen Augenbrauen an. “Denk einmal darüber nach. Es könnte vielleicht einen gemeinsamen Nenner geben.”

“Wie ich mir schon hatte vorstellen können, machte sie im hautengen, ärmellosen Neoprenanzug eine Top-Figur. Auch wenn ich sie bereits im Bikini gesehen – also richtig angestarrt – hatte, war es beim Surfunterricht wieder etwas vollkommen anderes, da ich nun näher an sie herantreten musste. Natürlich nur, um ihre Beine richtig zu positionieren oder ihre Haltung auszubessern, während ich beim Trockentraining am Strand erklärte: »Du musst in der Mitte immer fest bleiben, sonst hast du auf der Welle keine Chance. Körperspannung ist das A und O beim Surfen. Und natürlich Talent«, witzelte ich großspurig und Sarah verdrehte ihre hübschen, grünen Augen. »Klar, du hast aber auch überall Talente, stimmt‘s?« »Stimmt genau!« »Kann man Selbstbewusstsein eigentlich irgendwo in einer Dose kaufen? Du scheinst das ja zu löffeln wie andere Nutella«, gab sie schlagfertig zurück. Unbekümmert zuckte ich mit den Schultern. »Klar, haben sie jetzt drüben bei Wal-Mart. Aber nur für Kunden über 1,60. Tut mir leid, knapp verpasst.«”

“Einen Moment spricht niemand. Stille schwebt durch die Luft wie ein fauliger Gestank, der in Loreen einen Brechreiz auszulösen droht. Slash springt auf und für einen Sekundenbruchteil kann Loreen wieder atmen. Doch dann hört sie ihn »Ja, das tue ich.« antworten. Hinter ihr läuft er stürmisch vorbei, nimmt auf dem Weg ihr Herz mit, verlässt das Gebäude und zerschmettert es unachtsam am Ausgang, als die schwere Tür ins Schloss kracht.”

“Wie immer hatte seine rauchige, tiefe Stimme eine beinahe schon hypnotisierende Wirkung, die einen dazu brachte, ihm näherrücken zu wollen. Dass seine Erscheinung auf dem erhöhten Hocker, mit zerrissener Jeans und den längeren, pechschwarzen Haaren ebenfalls die Hormone hochschießen ließ, war ein weiterer Zuckerguss. Aber am liebsten mochte ich seine Ausstrahlung, die er beim Singen bekam. Diese tiefen Gefühle, die er mit seinen Texten, seiner Stimme durch den Raum direkt in die Seele hineintragen konnte. Andere würden bei den Songs einen Beat oder ein Schlagzeug im Hintergrund haben wollen, nicht nur eine Wahnsinnsstimme und Gitarrenmusik – aber genau das passte perfekt zu ihm, denn es war so unverfälscht und ehrlich. So wie Musik sein sollte. Bei seinem Gesang kam es mir vor, als würde er sich öffnen und eine Seite zeigen, die er sonst verschlossen hielt. Und besonders dann fühlte ich mich Johnny immer vollständig verbunden, als teilten wir durch die Musik ein spezielles Band. Was natürlich vollkommener Blödsinn war. Diese Gefühle teilte wohl jedes zweite Mädchen, das ihn singen hörte, und aus seiner männlichen Warte wäre es wohl wirklich blöd gewesen, das nicht ein klein wenig auszunützen. Nicht, dass ich es okay fand – es war dennoch widerlich –, aber wenn ich ihn singen sah und hörte, konnte ich die Situation ein bisschen besser verstehen. Seine Anziehung war unbestreitbar. Würde ich die aufkeimenden Gefühle für ihn nicht entschieden von mir weisen, könnte ich ein leichtes Flattern im Magen spüren. Dumme, idiotische Gefühle, schimpfte ich mich selbst. Unter dem Vorwand, mir etwas zu trinken zu holen, und um meiner unnötigen Hormonausschüttung den Hahn abzudrehen, ging ich aus dem Raum, bis Johnny fertig war.”

“Sein braungebrannter Oberkörper war noch ein wenig feucht und Wasser tropfte von seinen langen dunklen Haaren auf seine Haut. Ich biss mir auf die Unterlippe, was die einzige Bewegung war, zu der ich fähig war. Mir war klar, dass ich ihn peinlicherweise jetzt genau wie die Schlampen im Club wollüstig anschmachtete, aber ich konnte nichts dagegen tun. Eigentlich sollte ich wirklich gehen, aber ich konnte nicht. Außerdem, hatte er mich nicht schon einmal genau so im Badezimmer beobachtet? Also war es nur fair. Er war so verdammt gut anzusehen und mein Körper reagierte wie der jeder Frau bei diesem Anblick. Mir wurde heiß, nicht nur im Gesicht, sondern überall, vor allem weiter unten. Dabei hatte ich ihn schon in seinen Badeshorts gesehen, aber dennoch, das hier war etwas komplett anderes. Was noch schlimmer wurde, als er das Tuch von der Hüfte löste und begann, damit seine Haare zu rubbeln. Unter der Haut bewegten sich die Muskeln seines Rückens, die hinunter zur schmalen Hüfte verliefen. Mein Blick ging noch tiefer und ich hatte keine Spucke mehr im Mund, als ich seinen Po betrachtete. Unwillkürlich krallte ich die Finger in meine Shorts, was zur Folge hatte, dass mir das Handy aus der Hand rutschte und auf den Boden fiel. Der Teppich war dick und dämpfte das Geräusch, aber man konnte es dennoch deutlich hören. Instinktiv wollte ich die Augen zusammenpressen, so wie kleine Kinder, die sich nur mit dem Gesicht hinter einem Vorhang versteckten, und glauben, wenn sie den anderen nicht sehen konnten, dann würden sie auch nicht gesehen werden. Was natürlich nicht der Fall war. Daher schluckte ich und sah wieder hoch und – wie erwartet – in Johnnys Gesicht, als er über die Schulter blickte. Und was ich in seinen tiefblauen Augen lodern sah, erregte mich stärker und machte mir gleichzeitig mehr Angst, als alles zuvor. Meine Augen blieben an seinen haften, auch als ich aus den Augenwinkeln bemerkte, wie er das Handtuch wieder um die Hüfte legte. Langsam drehte er sich um und beinahe raubtierhaft zielstrebig kam er auf mich zu, wie ein geschmeidiger Panther, den nichts stoppen konnte. Kurz vor mir blieb er stehen, als würde er warten, ob ich davonlief oder nicht. Auf keinen Fall, jetzt nicht mehr. Zu keinem Zeitpunkt hatte er den Blickkontakt zu mir unterbrochen, er musste meine Gedanken darin gelesen haben. Seine Hände umfassten mein Gesicht, strichen mir halbfeuchte Haare aus der Stirn und dann beugte er sich zu mir hinab. Ich hielt den Atem an, wartete auf seine Lippen, die sich aber nicht auf meine legten, sondern einen Zentimeter vorher verharrten. Als würde er noch immer auf meine Entscheidung warten. Mir wurde klar, dass ich diese schon lange getroffen hatte, nur viel zu feige und engstirnig gewesen war, sie mir auch einzugestehen. Ich griff in seine nassen Haare und zog ihn das verbleibende Stück zu mir hinunter. Ein Blitzschlag fuhr von meinen Lippen ausgehend durch meinen Körper, zwischen meine Beine – dann war es um mich und meine Selbstbeherrschung geschehen. Und wie es aussah, auch um seine. Denn statt weiterhin so sanft mein Gesicht zu halten, rutschten seine Hände meinen Rücken entlang bis er an meiner Hüfte angelangt war und sie fest drückte. Wie von selbst bog sich ihm mein Körper entgegen und ich strich mit der Zunge über seine Lippen, dann öffnete ich den Mund für seine und unser Kuss wurde fordernder. Seine Hände glitten noch weiter hinunter, umfassten meinen Po und während wir uns keuchend küssten, hob er mich mit einem Ruck hoch. Meine Beine schlang ich um seine Hüfte und unter dem Tuch konnte ich ihn spüren, was mir ein Stöhnen entlockte, das mir noch nie über die Lippen gekommen war. Daraufhin gab Johnny einen erstickten Laut von sich, küsste mein Kinn, meinen Hals und knabberte am Ohr, an dem er heiser flüsterte: »Sag mir, dass ich aufhören soll.« »Hör nicht auf«, bat ich leise und drückte mich nur noch fester an ihn.”

“Als ob er meine Gedanken gelesen oder die Sehnsucht in meinen Augen gesehen hätte, begann er sanft, mit den Lippen meine Wange entlang zu streichen. Er roch so gut und war mir so nahe, dass ich erwartungsvoll den Atem anhielt. Zentimeterweise näherte er sich meinem Mund, und die Spannung, das aufgeregte Knistern war unbeschreiblich süß. Schließlich trafen sich unsere Lippen ganz sachte, und es kam mir vor, als könnte ich nach einer Ewigkeit wieder frei atmen. Seine Lippen waren warm, so voll und erstaunlich zärtlich, als sie an meinen kosteten. Es kribbelte in meinem ganzen Körper, Wärme wirbelte in meinem Magen herum und verursachte mir Schwindel, sodass ich alles andere vergaß.”

“Dennoch kapitulierte ich und ließ den Kopf hängen, während ich grimmig antwortete: „Du tauchst wohl immer zu den unpassendsten Momenten auf …“ Zu mir selbst nuschelte ich: „Die Frage ist nur, ob das ein Segen oder ein Fluch ist.“ Gekünstelt räusperte ich mich und sprach wieder laut, damit auch er mich verstehen konnte: „Kannst du nicht einfach wieder aufstehen … und gehen? Bitte!”

“Obwohl ihn immer wieder die Bilder verfolgen, als sie vor ein paar Wochen halbnackt, nur mit diesem losen Kimono bekleidet, vor ihm stand. Damals war er wie ein Feigling geflohen, aber nicht, weil er nicht gewusst hatte, was er sagen sollte, sondern, weil er seinen Händen nicht getraut hatte. Zusätzlich wollte er nicht, dass sie sah, wie eindeutig sein Körper auf sie reagierte. Zum Glück hatte er auch damals eine gutsitzende, verstärkte Lederhose getragen, die seinem verräterischen Judas in den südlichen Gefilden wenig Spielraum ließ.”

“»Wichtig ist, dass wir uns unsere Zukunft selber schaffen, durch das, was wir im Heute tun.« Er drückt ihre Hand und fährt fort: »Du darfst nie vergessen, du bist nicht allein. Du gehörst zu uns und immerhin bist du jetzt meine Bell-Par, also hast du einen wirklich guten Fang gemacht, da kannst du dich nicht beschweren.« Sie hebt eine Augenbraue. »So eingebildet kenn’ ich dich gar nicht.« Ein Grinsen entlockt sich seiner Miene, aber er zuckt die Schultern. »Ich bin im Stillen selbstverliebt.« (Slash)”

“Beschwichtigend hob Rafael die Arme. „Ganz ruhig. Was ist passiert?“ Erbost schüttelte Selena den Kopf. „Da fragst du? Nach was sieht es denn aus, Genie?“ Rafael lächelte, offenbar unberührt von ihrem Unmut. „Wenn du es wissen willst. Ich tippe auf atomaren Angriff genmanipulierter Riesenhühner oder auf einen missglückten Versuch, eine Eierplantage zu gründen.”

“Kurz hörte ich Johnny nach Luft schnappen, doch dann hatte ich die Distanz zwischen uns überwunden und fuhr vorsichtig mit den Lippen über seinen Mund, der sich genauso weich und himmlisch anfühlte wie er aussah und wie ich ihn in Erinnerung hatte. Verdammt aber auch, davon könnte man süchtig werden. Eine angenehme Wärme breitete sich in mir aus und mein Herz flatterte, als mein Atem dort anfing, wo seiner aufhörte. Anstatt den Mund zu öffnen und mich wirklich zu küssen, wie ich es von ihm erwartet hätte, hielt Johnny vollkommen still und wartete ab. Da meine Vernunft bereits zum Teufel gegangen war, drückte ich mich noch fester an ihn und küsste ihn bestimmter, öffnete meinen Mund für ihn. Dann begann er endlich mich richtig zu küssen, als würde er nur durch mich atmen. Unsere Zungen begegneten sich, dann strich ich an seiner Unterlippe entlang, biss sanft hinein, was ihm ein Stöhnen entlockte und mir Hitze an Stellen bereitete, die sehr lange kein Mann mehr berührt hatte.”