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D Quotes

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“Der Fußgänger ist eine Anomalie, er erweckt Leidenschaften und ein Spektrum an Gefühlen zum Leben, das von Neugier bis Argwohn reicht. Ein dem Fußgänger zugerufenes "vaffa" ist somit schwierig zu deuten. Es bringt Überraschung angesichts des Unglaublichen zum Ausdruck, Mitleid mit jenen, die keine Reifen haben, den insgeheimen Neid des Pendlers auf alle, die Zeit haben. Aber auch Unsicherheit. Wer sind die da?, fragen sich die Leute: Herumirrende Einwanderer oder reiche Snobs, die eine exzentrische Idee hatten?”

“Der ganze Himmel bestand aus tausenden und abertausenden von Wolken, durch die tausende und abertausende Stücke von Himmel brachen. Und in all dem badete der volle Mond. Diffus in der humiden Luft durch die durchlässige Wolkendecke brechend, war er von überwältigender, fast unerträglicher Schönheit. So wie du. Und mir wurde bewusst, schlagartig bewusst, dass wir uns wohl nie ganz würden gehen lassen können. Dass wir nie ganz enden würden.”

“Der Geist einer Person war etwas Faszinierendes. Als ob eine Person in einer Person leben würde. Als wären die beiden Nachbarn, die sich zwar verstehen, aber nicht immer einer Meinung sind. Schließlich ist das, was wir tun und das, was wir denken oftmals nicht dasselbe. Umso verzerrender ist der Gedanke, dass der Geist nicht mal in der Lage ist, sich selbst zu verstehen.”

“Der getunte Erfolgshype unserer Gesellschaft produziert immer weniger authentische Erfolge und stattdessen schillernde Placebo-Persönlichkeiten. Die Lebensläufe sind fein geschliffen, Misserfolge, Ecken und Kanten in der Biografie fehl am Platz. Am besten mit 24 Jahren den Master in Regelstudienzeit, neben Deutsch noch zwei Weltsprachen fließend, zwei Auslandsaufenthalte, ein Praktikum bei einem Weltkonzern und noch ehrenamtlich irgendwelche Senioren zum Arzt fahren.”

“Der Grund, dass unsere Freundschaft zerbrach, war nicht der, dass es beide Parteien nicht versucht hatten. Sie zerbrach, weil ich mich nicht wohlfühlte, wenn ich mit ihnen war und das verdiente ich nicht. Ich verdiene eine Freundschaft, die sich anfühlt wie eine Symphonie. Eine, die sich leicht und unbeschwert in mein Herz schmuggelt. Ich wünsche mir eine Freundschaft, die mich dazu bringt, Abenteuer einzugehen. Eine Freundschaft, in der es mir möglich ist, das Steuer mal abzugeben, um mich komplett fallen zu lassen. Gib dich nie mit weniger zufrieden, denn du verdienst alles.”

“Der Körper ruht, der Geist ist still, das Herz in Frieden. Diese Erfahrung kann Nirwana genannt werden, das Ideal der Denker und der meditativen Seelen. Das ist es, was sie erreichen wollen, denn darin liegt alles. In diesem Zustand wird jede Person für einige Zeit ein Tropfen, der in den eigenen Ursprung assimiliert oder abgetaucht ist. Und für einen Moment abgetaucht zu sein bedeutet, dass alles, was zum Ursprung gehört, von diesem Tropfen angezogen wird, denn der Ursprung ist die Essenz von allem. Der Tropfen hat alles, was er im Leben besitzt, aus diesem Ursprung erhalten. Er wurde nun neu aufgeladen und wieder erleuchtet. (S. 156)”

“Der Morgen ist die Stunde des Erwachens, die bedeutungsvollste Zeit des Tages, in der wir am wenigsten schlafbedürftig sind, in der zumindest eine Stunde lang ein Teil von uns wach ist, der alle übrige Tages- und Nachtzeit schlummert. [...] Und für den, dessen elastische, lebhafte Gedanken mit der Sonne Schritt halten, ist der Tag ein immerwährender Morgen, unabhängig vom Stundenschlag, vom Tun und Gehaben der Menschen. [...] Wach sein heißt leben. [...] Wir müssen lernen, wieder zu erwachen und wach zu bleiben. Nicht auf mechanischem Wege, sondern durch ein ständiges Erwarten der Morgendämmerung, die uns auch in unserem tiefsten Schlaf nicht verläßt. Ich weiß nichts, das ermutigender wäre als die Fähigkeit des Menschen, sein Leben durch bewußtes Bemühen auf eine höhere Stufe zu bringen.”

“Der Name klang immer noch so vertraut. Vermutlich hatte sie ihn öfter ausgesprochen, als den ihres Sohnes. Warum schlug ihr albernes Herz schneller? Hatte es schon vergessen, wie viel Schmerz diese Besucherin ihm bereitet hatte? Ihr Vater hatte recht. Das Herz war ein schwaches, wandelbares Ding, auf nichts als Liebe aus und nichts war verhängnisvoller, als es zu seinem Meister zu machen. Der Verstand musste der Meister sein. Er tröstete über Narrenheiten des Herzens hinweg, fand Spottlieder für die Liebe, verhöhnte sie als eine Laune der Natur, vergänglich wie Blüten. Warum nur folgte sie dennoch immer wieder ihrem Herzen?”